Teil eines Werkes 
50. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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38 Die Spuren eines Romans.

an ſich und ſagte, es ſeinem Freunde hinhaltend:„Nun, Du wirſt mir zugeben, daß von allem Dem, was an meinem Bilde Gutes iſt, ſich hier auch nicht die Spur einer Idee befindet. Sieht doch meine Römerin hier, ſtatt ſich ihres wundervollen Familienkreiſes zu freuen, gerade ſo aus, als habe ſie eben eine heftige Scene mit ihrem Gatten gehabt, und was die tanzenden, halb nackten Kinder anbelangt, ſo könnte man ſie alle ſtatt für Lateiner, für echte Aethiopier halten. Geh mir weg mit Deiner heimtückiſchen Maſchine.“

„Dieſe heimtückiſche Maſchine,“ entgegnete der Photograph lächelnd,„iſt ſtrengen Geſetzen unterworfen, und daß rothe, erhitzte, blühende Kinderköpfe dunkel kommen mußten, hatte ich Dir vor⸗ hergeſagt.“

„Verzeihen mein gnädiges Fräulein,“ wandte er ſich an Adel⸗ gunde,„daß dieſer junge, ungeſtüme Künſtler da ſeine Angelegen⸗ heiten vor Ihnen beſpricht, iſt für Sie gewiß ſehr langweilig.“

„Ganz und gar nicht, denn ich liebe die Kunſt. Bitte, zeigen Sie mir Ihre Photographie.“

„Nur unter der Bedingung, daß ich Ihnen droben im Atelier das Original vorſtellen darf.“

„Das Original dieſer ſchönen römiſchen Frau, wahrſcheinlich Ihre Gattin?“

„Dießmal nur ein Bild,“ erwiederte Arthur Regnier lachend.

„So darf ich mir erlauben, Ihnen den Weg zu zeigen?“ ſagte der Photograph vorangehend.

Und dann ſtiegen ſie hinauf durch eine Wendeltreppe in den zweiten Stock, wo ſich nach Norden gelegen ein großes Gemach befand, zeltartig und ſehr geſchmackvoll dekorirt; die hintere Wand beſtand aus zwei dicken, aufrecht ſtehenden, allerdings künſtlichen Bambusſtangen und dazwiſchen herabfallenden breiten Vorhängen in buntem, mauriſchem Geſchmack. Hinter dieſen Vorhängen be⸗ fand ſich das Glashaus, auf eine Altane gebaut, mit einem