Die Spuren eines Romans. 21
Leiche geht der Weg zu jener verwegenen Putzmacherin“— aller⸗ dings eine unangenehme Straße.
Doch auch darin hoffte Adelgunde vielleicht auf einen glück⸗ lichen Zufall, und nachdem ſie zum Aerger ſämmtlicher Kellner, be⸗ ſonders des kühnen blondgelockten, einſam und allein dinirt, trat ſie ihre Wanderung durch die Straßen der Stadt an, nicht ohne vorher eine ſorgfältige Toilette gemacht zu haben, ſorgfältig ihrem Vorhaben nach, doch war dieß weder eine reiche, noch eine auffallende Toilette, wohl geſchmackvoll, aber unſcheinbar; ſie hätte für eine Dame aus vornehmem Hauſe gelten können, welche unerkannt zu bleiben wünſcht, oder für eine Tochter aus gutem bürgerlichen Hauſe, oder für irgend ein anderes hübſches junges Mädchen, welches durch eine kokett einfache Toilette Aufmerkſamkeit zu erregen wünſcht, ohne gerade ſogleich erkannt ſein zu wollen.
III.
Der Gaſthof, in welchem Adelgunde abgeſtiegen war, lag in einem der bevölkertſten Stadtviertel an einer Hauptſtraße, weßhalb ſich unſere Wandrerin, nachdem ſie kaum das ſchützende Portal des Hotels verlaſſen, mitten im Gedränge von Spaziergängern aller Art befand. Doch waren breite Trottoirs vorhanden, welche ein Ausweichen ermöglichten und dem jungen Mädchen leicht erlaubten, an die Seite zu ſchlüpfen, um ſich einem gar zu hartnäckigen An⸗ gaffen verſchiedener ihr begegnenden jungen Leute zu entziehen. Auch gab es hier Magazine mit großen Schaufenſtern, zu denen ſie in ähnlichen Fällen, wie eben angegeben, ihre Zuflucht nehmen konnte und gleichgültige Dinge mit großer Aufmerkfamkeit betrachten, um gar zu herausfordernden Blicken zu entgehen oder um auch leiſe


