Teil eines Werkes 
50. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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K4.

Die Spuren eines Romans. 9

flügeltem Rad auf dem Kopfe, und rief die gleichfalls geflügelten Worte:Meine Damen, die Billete, wenn es Ihnen gefällig iſt, es kommt die letzte Station!

Möge es der geneigte Leſer verzeihen, daß wir ihm nicht ſo⸗ gleich zu Anfang dieſer Skizze geſagt, wo Adelgunde ſaß und las, und wollen wir uns nun beſtens bemühen, das Verſäumte nachzuholen.

Adelgunde, eine junge Dame im Anfange der zwanziger Jahre, ſaß im Vorwärtshalbcoupé erſter Klaſſe, natürlich eines Schnell⸗ zuges, neben ihr, in der andern Ecke, eine Kammerfrau in reiferen Jahren, und der Raum zwiſchen Beiden war ausgefüllt mit Plaids, juchtenduftenden Reiſetaſchen, Hüten, Kaputzen, einem zierlichen Frühſtückskorb, und halb verſteckt unter einem Paar feiner Stulp⸗ handſchuhe von grauem däniſchen Leder lag ein ganz, ganz kleines Cigarrenetui, ſo klein, daß es kaum für die kleinſte Sorte ſpaniſcher Cigarritos groß genug war.

Die Kammerfrau hatte ſich beeilt, dem Mann mit dem ge⸗ flügelten Rad und den geflügelten Worten die Fahrkarten einzu⸗ händigen, während ſich die junge Dame dicht in ihre Ecke drückte und das Buch wieder vor die Augen nahm.

Was kann er denn ſchließlich noch Geſcheidtes ſagen wollen?

Adelgunde las wieder:

Aber ich will nicht von dem geneigten Lefer, von der theuren Leſerin ſcheiden, ehe dieſe vielleicht, unmuthig achſelzuckend, mein Buch aus der Hand wirft, ohne die feierliche Erklärung abzugeben, daß dieſer Roman auf einem Fundament wahrer Begebenheiten er⸗ baut wurde, daß von den handelnden Perſonen noch leben, daß namentlich die Szenerie einzelner Kapitel vollſtändig der Wirklich⸗ keit nachgebildet iſt. Leider iſt es uns verboten der Verfaſſer ſpricht hier wie alle Souveräne und Selbſtherrſcher von ſich in der Mehrzahl den Namen der Stadt zu verrathen. Wir haben aus den oben angeführten Gründen Rückſicht zu nehmen leider denn ſonſt würde es für den geneigten Leſer durchaus keine