Teil eines Werkes 
49. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Fürſt und Ka

vortrefflichſten Laune: er war in einem Wagen mit ſeiner Tochter herausgefahren, und da dieſer Wagen à la Daumont beſpannt war, auch keine Bedienten⸗Rückſitze hatte, ſo war er im Stande geweſen, vertraulich mit der Prinzeſſin zu reden, wodurch er denn die Gewißheit erlangte, daß die von ihm ſo ſehr gewünſchte und ſo eifrig als möglich betriebene Angelegenheit in ein ſo günſtiges Stadium getreten ſei, als ein Vater nur immer wünſchen kann, der das Wohl ſeines Kindes vor Augen hat. Nur hatte die Prinzeſſin lächelnd geſagt: Mein lieber Papa, ich muß Sie dabei auf eine Enttäuſchung vorbe⸗ reiten, die Ihnen aber hoffentlich nicht unangenehm erſcheinen wird.

Auf dieſe Enttäuſchung geſpannt und immer an dieſelbe denkend, unterhielt ſich nun Seine Hoheit auf's Huldreichſte mit den Beamten des benachbarten Staates, welche ihm von dem ſtellvertretenden Prinzen vorgeſtellt worden waren, und unterließ dabei nicht, von Zeit zu Zeit dem Oberingenieur freundlich zuzunicken. Jetzt rief der Fürſt den Hofmarſchall, Baron Spiegel, zu ſich, und ſagte ihm lächelnd:Was dort meinen Freund Ramberg anbelangt, der ſich als Oberleiter der ganzen Geſchichte vortrefflich ausnimmt, ſo glaube ich, es wäre kein ſchlechter Spaß, wenn wir ihm das Kommandeur⸗ kreuz meines Hausordens vorläufig geben würden.

Eure Hoheit werden mir erlauben, erwiederte der Oberſt⸗ hofmeiſter erſchrocken,daß eine ſolche Auszeichnung für einen In⸗ genieur noch nie dageweſen iſt. Eure Hoheit ſollten die Gnade haben, ihn mit der Medaille für Kunſt und Wiſſenſchaft anfangen zu laſſen und ihn vielleicht ſpäter bei einer genügenden Veranlaſſung mit dem kleinen Orden beehren.

Das iſt ganz vortrefflich, lachte der Fürſt laut und luſtig, aber Sie haben nicht ganz unrecht; notiren Sie die große goldene Medaille für Kunſt und Wiſſenſchaft, die er gewiß noch nicht hat; aber geben Sie ihm zu gleicher Zeit das Kommandeurkreuz meines Hausordens, ich habe mir nun einmal vorgenommen, dieſen un⸗ ſchuldigen Spaß zu machen; das Großkreuz kann in ein paar Ta⸗ gen darauf nachfolgen.