Teil eines Werkes 
49. Bd. (1873) Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Fürſt und Kavalier.

Wagen hin, an den ſich der Oberingenieur, unfähig, dem Allem Einhalt zu thun, zurückgezogen hatte, dort ſtand Ramberg und feierte einen der ſeligſten Augenblicke ſeines Lebens, nicht ſowohl durch die anerkennenden Worte ſelbſt, als vielmehr durch den Wie⸗ derhall, den ſie in dem Herzen des von ihm ſo innig geliebten Weſens hervorriefen. Er legte ſeine Rechte unwillkührlich auf den Wagenſchlag, und Viktorine von Saint⸗Aubin, die mit ihren großen, glänzenden Augen unverwandt nach der Rednerbühne ſchaute, hatte ihre Hand leicht auf die ſeinige gelegt.

Dieß, ſo unbemerkt von der Menge es auch vor ſich ging, ſah doch das aufmerkſame Auge des Steinhauermeiſters und riß den⸗ ſelben zu einer unerhörten Extemporation hin:Ja, meine Freunde, fuhr er, ſo laut als es ihm möglich war, fort,nach allem dem, was ich Euch vorhin geſagt, werdet Ihr es erklärlich finden, daß ich das erſte Hoch ausbringe unſerem ſo hoch verehrten, unermüd⸗ lichen, tüchtigen, von uns allen geliebten Oberingenieur Herrn Ramberg, ja, er und die, welche ihm lieb und theuer ſind und mit ihm gekommen, um dieſem ſchönen und feierlichen Augen⸗ blicke beizuwohnen, leben hoch, hoch und abermals hoch!

Ein unbeſchreiblicher Jubelruf aus tauſend kräftigen Kehlen zerriß nach dieſer Rede die Luft, und da die Muſik mit einem weithin ſchallenden Tuſche einfiel, ſo ſäumten auch die Leute an den Böllern und Kanonen nicht, abermals laut zu werden und wiederholt das Echo aus ſeiner Ruhe aufzuſchrecken.

Es war dieß aber gerade der Augenblick, wo auf der Straße gen Warneck zu der erſte Wagen des fürſtlichen Hofes ſichtbar wurde, und wo ſich nach der andern Seite zu der bekränzte Bahn⸗ zug zeigte, welcher den Stellvertreter des benachbarten Herzogs, einen jüngeren Prinzen des Hauſes, herbeiführte. Beide Theile nah⸗ men dieſe ſchon bei ihrem Empfange dargebrachte Ovation höchſt wohlgefällig auf, und Baron Spiegel bemerkte dem Fürſten,Oberin⸗ genieur Ramberg beweiſe ſich auch neben ſeiner ſonſtigen Tüchtigkeit als ein Mann, der ſich auf Empfangsfeierlichkeiten verſtände.