304 Fürſt und Kavallier. zu ſagen vermochte:„Seine Hoheit geben das glänzendſte Beiſpiel von Selbſtverleugnung,— magnifique.“
Nur der Herzog zog ſich mit einem nicht undeutlichen Murren aus dem Cercle zurück und konnte ſich nicht enthalten, im Vorbei⸗ gehen zum Grafen Helder zu ſagen:„Das iſt doch zu arg, geben Sie Acht, wir erleben noch ganz andere Dinge.“
Und ſo war es auch. Der Fürſt ſchaute ſich heiter im Kreiſe um und ſagte alsdann nicht ohne einen Anflug von Ironie, der ihm zuweilen eigen war:„Es freut mich in der That, daß unſere Gedanken ſo zuſammengehen, und da ich davon in der be⸗ treffenden Angelegenheit, deren Nutzen und hohe Wichtigkeit Jeder
von Ihnen einſehen muß, im Voraus überzeugt war, ſo weiß ich,
daß ich Ihnen ein Vergnügen damit mache, indem ich Ihnen den Erbauer des ſchönen Brückenwerks, den Oberingenieur Ramberg, meinen lieben Gaſt, vorſtelle.“
Dieſe zweite Schwankung des Seiles war faſt noch ſtärker als die erſte, und mancher mußte, natürlich im Geiſte, ſekundenlang auf einem Beine balanciren, ehe er es zu einem freundlichen Gruße nach der Gegend hin brachte, wo jetzt Ramberg zwiſchen den Orangenkübeln erſchien und ſich mit einer tiefen Verbeugung dem Fürſten näherte.
„Mich freut es nur zu ſehen,“ ſagte der Herzog ingrimmig zum Adjutanten, mit dem er bei Seite getreten war,„wie dieſe Bombe ihnen auf ihre Köpfe gefahren;—„ſehen Sie unſern Freund Spiegel an, er vibrirt förmlich wie eine Wetterfahne, die ſich neunundzwanzigmal herumgedreht hat.— Hatte ich nicht Recht, als ich vorhin von geheimen Agenten ſprach, die ſich hier umher⸗ treiben, und denen es gelungen, denn Sinn Seiner Hoheit zu wenden? Ich glaube wahrhaftig, Helder, ich handelte ſehr unklug in meiner Rache gegenüber der armen Viktorine. Dieſe Meſſieurs verfolgten tiefere Zwecke, als es uns an jenem Abend bei dem Pavillon erſchien.“. „Allerdings, man hätte die Sache überlegen ſollen,“ gab der


