Teil eines Werkes 
49. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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30² Fürſt und Kavalier.

In der That, das iſt auffallend, aber ich werde mir erlauben, den Hofmarſchall zu erſuchen, daß er mir jenen Monſieur vorſtellt.

Nach dieſen Worten wandte er ſich gegen den Speiſeſaal, um den Hofmarſchall aufzuſuchen, doch trat ihm dieſer auf der Terraſſe ſchon entgegen, angenehm lächelnd mit wichtiger Miene, denn hinter ihm erſchien der Fürſt im Geſpräche mit dem Schloßhauptmann von Werner. Seine Hoheit ſchien äußerſt gut gelaunt zu ſein: er rieb ſich behaglich die Hände und ſagte mit leiſer Stimme und einem leichten Kopfnicken:Laſſen wir's jetzt gut ſein, lieber Wer⸗ ner, ich danke Ihnen für Ihre guten Nachrichten, beſonders aber für die treffliche Charakterzeichnung, die Sie mir von dem Be⸗ treffenden gemacht. Ein herrlicher Tag, fuhr der Fürſt nach einer Pauſe zu den umſtehenden Herren fort,wie beſonders beſtellt zu einem größeren Ausfluge, den wir nach dem Frühſtück machen wollen, wir werden gen Edelsheim hinausfahren.

Da könnten Eure Hoheit, erlaubte ſich der Herzog wie ſpottend zu ſagen,die neue Eiſenbahnbrücke en passant ſehen, die ja heute eingeweiht werden ſoll..

Warum en passant, mein lieber Vetter? es wäre pikanter einen Augenblick anzuhalten.

Gewiß, Hoheit, um unſeren übermüthigen Nachbarn ein paſſendes Wort zu ſagen.

Dieſes Wort ſchien wie aus der Seele der Umſtehenden ge⸗ ſprochen, denn man ſah nicht nur die unzweideutigſten Mienen der Beipflichtung, ſondern einige von ihnen ſprachen ihre Meinung deutlich aus, ſo der Hofjägermeiſter, welcher bemerkte:In dieſem außerordentlichen Falle möchte er Seine Hoheit unterthänigſt um einige ſehr ſtarke Worte gebeten haben, denn es ſei ja noch nie dageweſen, ein ſo herrliches Jagdrevier auf ſo leichtſinnige und rückſichtsloſe Weiſe zu zerſchneiden, ja zu zerſtören.

Baron Spiegel meinte, auch käme hiebei noch eine Frage der Courtoiſie in Betracht, da Seine Hoheit ſich herabgelaſſen, Aller⸗ höchſt Ihren Wunſch auszuſprechen, daß die betreffende Eiſenbahn⸗