Teil eines Werkes 
49. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Fürſt und Kavalier. 301

Uebermuthe durch unſere ſchönſten Waldungen zu führen und laden uns nachher ein, dieſe Zerſtörung feierlich in Augenſchein zu nehmen; wiſſen Sie aber auch ſicher, Helder, daß es ſich ſo verhält?

Daran iſt nicht zu zweifeln; ich erfuhr es aus dem Kabinet; man hat zuſtimmend telegraphirt, und wie ich auf meinem Morgen⸗ ſpazierritt ſah, iſt bei der Brücke drüben ganz Außerordentliches geſchehen in Flaggenſchmuck, Zelten und Laubgewinden, Alles in deutſchen und beiderſeitigen Farben; auch ſind auf ein Uhr die Wagen beſtellt.

Alſo Seine Hoheit überraſchen uns mit dieſen vortrefflichen

Arrangements; ich möchte nur den kennen, der den Herrn umzu⸗

ſtimmen vermochte; glauben Sie mir, Helder, es ſind fremde Agenten hier.

Der Adjutant huſtete ziemlich deutlich hinter der vorgehal⸗ tenen Hand, denn wie er ſich beim Auf⸗ und Abgehen umwandte, ſah er in das Geſicht des ihm ganz fremden Mannes, der mit gleichgültigem Ausdruck, aber gänzlich unbefangen an einem der Orangenkübel lehnte und auf den Fluß hinausſah.

Dieſe Saleck's, Felſing's, Hauke's und wie die Kerls Alle heißen mögen, hol' ſie der Teufel mit einander, ich glaube es war ihr mindeſtes Verbrechen, daß wir ſie neulich im Park ſo angenehm beſchäftigt antrafen; haben Sie noch keine Spur, wo dieſer Monſieur, dieſer Saleck hingerathen iſt?

Keine Idee, Hoheit, doch daß er nicht weit entfernt iſt, möchte ich daraus ſchließen, daß der Bediente, mit dem er kam, ruhig drüben im Gaſthof wohnen bleibt.

Es iſt eigentlich empörend, ſo was nicht zu erfahren, ich habe mir'was dyrauf eingebildet, gut bedient zu ſein.

Was kann man machen, gnädiger Herr, wenn Seine Hoheit der Fürſt Fremde, Unbekannte ſo in die Intimität zieht; ſehen Sie dort jenen Herrn, ich habe das Geſicht nie geſehen, er wartet ganz ungenirt, und wenn er nicht hieher befohlen wäre, würde ſich Baron Spiegel ſchon lange mit ihm beſchäftigt haben.