Teil eines Werkes 
49. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Fürſt und Kavalier. 293

Saint⸗Aubin ſah ſehr bleich aus, um ihren feinen Mund zeigte ſich ein ernſter, faſt ſchmerzlicher Zug, und ihre großen, ſchönen Augen blickten faſt düſter.

Sagen Sie mir um Gotteswillen, fuhr er haſtig fort,iſt Ihnen denn in der That ſo Unangenehmes begegnet, habe ich Ihnen durch meinen Beſuch wirklich einen ſo tiefen Schmerz bereitet, daß mich Ihr gutes Auge grollend anblickt?

Ich ſehe Sie nicht grollend an, ich will es wenigſtens nicht, erwiederte ſie mit ſanfter Stimme,obgleich Sie durch Ihren Beſuch allerdings die Urſache ſind, daß mich tief Verletzendes ge⸗ troffen.

Ich hörte es, deßhalb kam ich hieher.

Wer ſagte es Ihnen?

Jener Mann, der ſich Saleck nennt, und für den ich an jenem Abend gehalten wurde, aber hat ſich das Alles nicht hier ſchon aufgeklärt? Sie wiſſen doch, wer jener Saleck iſt?

Ich weiß es, gab ſie mit weicher Stimme zur Antwort; doch ſind alle Aufklärungen nicht im Stande, mich der Kränkungen vergeſſen zu laſſen, die man mir zugefügt.

Ah, Sie ſind unverſöhnlich, Fräulein von Saint⸗Aubin unverſöhnlich und kennen die verzeihlichen Motive, welche die Prin⸗ zeſſin bewegten, als ſie jene traurige Unterredung mit Ihnen hatte.

Ich trage ihr keinen Groll nach, obgleich ſie rückſichtsvoller mit mir hätte verfahren ſollen. Sie liebt; wie mich das freut, daß ſie liebt, in dieſen Worten liegt freilich ihre ganze Ent⸗ ſchuldigung, aber ſie hätte nicht zu ſehr Prinzeſſin ſein ſollen, mir gegenüber nicht, deren Charakter ſie vollkommen kennt.

Aber wird ſie nicht Alles thun, um ihren zu raſchen Schritt wieder gut zu machen? O glauben Sie, Fräulein von Saint⸗ Aubin, ich bin überzeugt, ſie bereut ihre⸗Worte auf's Innigſte und wird Ihnen jede Genugthuung geben.

Ah, Herr Ramberg, ſagte die Hofdame mit einem leichten Aufblitzen ihrer Augen,Sie finden ſich raſch und glücklich in Ihre