Fürſt und Kavalier. 291
um den ihm ertheilten Auftrag zu vollziehen, verloren ſich ein paar wißbegierige Lakaien, die ſich ebenfalls an dem Parkeingange des Schloſſes gezeigt, um an betreffender Stelle zu erzählen, daß Seine Hoheit der Fürſt ſo eben einen jungen Herrn nach der Wohnung des Fräuleins von Saint⸗Aubin führe.
Dieſe beiden Letztgedachten erſtiegen indeſſen langſam die Treppen, die zu den Gemächern des Fürſten führten, und welche der falſche Saleck an jenem denkwürdigen Abend mit ziemlicher Haſt hinab⸗ geeilt war. Oben befanden ſich wie damals die Wachen und ein paar Lakaien im Vorſaale, und als der Fürſt mit ſeinem Begleiter eintrat, öffnete der alte Kammerdiener die Thüre zu den inneren Gemächern und ſah mit einigem Befremden, daß Seine Hoheit mit dem fremden Herrn von damals, ſtatt einzutreten den Weg ein⸗ ſchlug, welchen jener damals hergekommen. Allerdings verſuchte es Ramberg gelinde, gegen dieſe an ſich ehrenvolle Begleitung zu proteſtiren, doch entgegnete ihm der Fürſt:„Laſſen wir das gut ſein, mein Lieber, gegenüber den vielen ſpitzigen Zungen, die ſich eifrig mit dem Vorfall von neulich Abends beſchäftigen, verdient Fräulein von Saint⸗Aubin wohl eine öffentliche eklatante Reparation.“
Da waren ſie denn nach den nächſten Minuten auf dem kleinen Veſtibule, welches Ramberg in ſeinen Einzelnheiten unvergeßlich war. Hätte er daran gedacht, ſchärfer auf die Thüren zu blicken, die von andern Zimmern auf dieſen kleinen Vorplatz führten, ſo müßte er bemerkt haben, daß dieſe ein wenig geöffnet nnd mit neugierigen Augen beſetzt waren.
Der Piqueur hatte ſeine Schuldigkeit gethan, und obgleich er ſelbſt hier nicht wieder zum Vorſchein kam, ſo ſtand doch die Kammerjungfer der jungen Hofdame an der betreffenden Thüre, die ſie mit einer tiefen Verneigung öffnete.
Der Fürſt blieb indeſſen auf der Schwelle ſtehen, und nach⸗ dem er ſeinen Begleiter leiſe gefragt, ob er hier als Saleck oder Ramberg auftrete, ſagte er laut zu der erröthend daſtehenden jungen Dame:„Mein liebes Fräulein, Herr Oberingenieur Ram⸗


