Teil eines Werkes 
49. Bd. (1873) Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

288

Fürſt und Kavalier.

war ſchon im Begriffe, dieſes Geſtändniß etwas derber und ein⸗ dringlicher zu wiederholen, als ihm auf einmal die Idee wie ein zündender Funke durch den Kopf fuhr, er ſolle in der Rolle, die ihm ſolcher Art aufgenöthigt wurde, dem Fürſten Georg dienen, und er myſtifizire ſeinen freundlichen Nachbarn nicht ſowohl, als dieſer die Andern durch ihn ſelbſt myſtifizire, wozu jener gewiß ſeine guten Gründe hätte, die er denn in Gottes Namen zu achten beſchloß.

Nachdem er ſo ſein Gewiſſen beruhigt, nahm er denn ſelbſt das Geſpräch wieder freier auf und ſagte:Alles, was ich, ohne insdiskret zu ſein, Euer Hoheit zu ſagen vermag, iſt, daß in der bewußten Angelegenheit ein wichtiger Schritt geſchehen, daß man auf weniger Schwierigkeiten geſtoßen als man gedacht, ja daß ein günſtiger Ausgang entſchieden zu hoffen iſt.

Das gebe der Himmel, erwiederte der Fürſt, indem er einen Augenblick ſtehen blieb und ſeine Hände in einander legte, Details verlange ich nicht, fuhr er flüſternd fort,ich ehre Ihre Diskretion und darf Sie nur verſichern, daß mich Ihre Mitthei⸗ lung glücklich gemacht hat. Sie werden auch ſehen, daß ich mei⸗ nerſeits, wenn auch von Weitem und ohne Aufſehen einlenkende Schritte thue und deßhalb auch die Einladung zur Einweihung der Brücke nicht ablehnen werde, wobei ja der Herr Oberinge⸗ nieur, ſetzte er mit einer lächelnden Verbeugung hinzu,nicht fehlen wird.

So können wir alſo hoffen, Eure Hoheit bei der Brücken⸗ einweihung zu ſehen?

Gewiß, ich habe mich dazu entſchloſſen, habe geſtern Abend ſchon nach drüben telegraphiren laſſen und Befehl gegeben, daß wir um zwei Uhr von hier wegfahren, unter uns geſagt, bin ich Ihnen auch dafür zu Dank verpflichtet, da ich durch dieſen raſchen Entſchluß eine kleine Spannung mit dem Nachbarhofe auf⸗ hebe. Im Grunde, Herr Oberingenieur, fuhr er mit komiſchem