Fürſt und Kavalier. 287
„Allerdings Ihr Schreiben oder wenn Sie wollen das mit Saleck unterzeichnete Schreiben,— wir verſtehen einander ja voll⸗ kommen. Wie geſagt, Sie hätten ſich für Ihren, für unſern Zweck, lieber Freund, nicht beſſer placiren können, als dort bei den Beamten des Eiſenbahnbaues,— eine ganz ingenieuſe Idee, und um ſo brillanter, als ſie uns Allen heute Gelegenheit gibt, Sie dort zu ſehen; denn im Vertrauen geſagt, ich habe mich nur aus dem Grunde entſchloſſen, die Einladung zu der Brückeneinweihung anzunehmen, weil wir Sie dort zu ſehen hoffen,— eine köſtliche Idee.“
Jetzt blieb der Andere in der That gefaßt ſtehen, ließ auch mit einer ehrfurchtsvollen Verbeugung den Arm des Fürſten aus dem ſeinigen gleiten und ſagte in ſehr beſtimmtem Tone:„Ich gab Euer Hoheit ſchon damals die Verſicherung, daß ich nicht Saleck bin, und—“
„Ganz recht, was ich Ihnen vollkommen glaubte, da ich ſchon damals beſſer unterrichtet war.“
„So glauben mir Eure Hoheit nur dießmal, wenn ich Sie jetzt auf's Heiligſte verſichere, daß ich eben ſo wenig Saleck, als jene Perſon, welche Eure Hoheit unter mir vermuthen, ſondern daß ich der Oberingenieur Ramberg bin.“
„Sie avanciren raſch,“ ſagte der Fürſt fröhlich lachend,„und ich begreife vollkommen, daß Sie beim Eiſenbahnperſonal mit keiner untergeordneten Stellung vorlieb nehmen mochten,— doch laſſen wir das jetzt, ſagen Sie mir lieber, welchen entſcheidenden Schritt Sie in der nächſten Zeit zu thun gedenken, und auf welche Weiſe ich Sie dabei unterſtützen kann,— gewiß aus allen Kräften und von Herzen,“ fuhr der alte Herr mit Wärme fort, indem er die beiden Hände des Andern ergriff und ſie freundſchaftlich ſchüttelte, ehe ſie wieder zuſammen ihren Weg fortſetzten,—„vertrauen Sie mir, wir verfolgen ja ſo zu ſagen ein Ziel.“
Ramberg hatte bei dem entſchiedenen Ablehnen ſeines offenen, wahren Geſtändniſſes anfänglich eiwas verblüfft drein geſchaut und


