Teil eines Werkes 
49. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Fürſt und Kavalier. 285

Polizei üben will, ſehen wir ſelber. Damit näherte er ſich in einem raſchen Jagdgalopp dem Wagen, und deſſen Beſitzer ſah den Reiter nicht ſobald näher kommen, als er ihn mit abgezogenem Hute ehrfurchtsvoll grüßte.

Wer beſchreibt aber das Erſtaunen des Oberſtſtallmeiſters, als der Fürſt den Fremden, den Rodenberg ſich nicht erinnerte, je ge⸗ ſehen zu haben, nicht nur mit der freundlichſten Handbewegung grüßte, ſondern ihm auch ſchon auf einige Schritte Entfernung zurief:Ah, Sie ſind es? freut mich ſehr, Sie wieder zu ſehen, und als er nun zu Rodenberg gewandt und auf den Fremden zeigend hinzuſetzte:Das iſt ein ganz beſonders lieber Freund, dem ich mit großem Vergnügen erlaube, durch meine Alleen zu fahren.

Er, von dem in ſolchen übergnädigen Ausdrücken die Rede war, ſchien dadurch in keine kleine Verlegenheit geſetzt zu werden und ließ ſich erſt einigemale freundlich bedeuten, ſich zu bedecken, ehe er ſeinen Hut aufſetzte.

Sie waren wohl auf dem Wege nach dem Schloſſe? frug der Fürſt und ſetzte ſehr freundlich hinzu:hätte ich Sie von Weitem erkannt, ſo würden wir Sie nicht angehalten haben, ich muß wahrhaftig um Entſchuldigung bitten.

Rodenberg betrachtete den Fremden mit immer größerem Er⸗ ſtaunen, das ſich auch durchaus nicht verminderte, als Seine Hoheit abſtiegen und wohlwollend ſagten:Es ſind nur noch wenige Schritte bis zum Schloſſe; wenn es Ihnen genehm iſt, gehen wir zu Fuß dorthin. Lieber Rodenberg, wandte er ſich wieder an dieſen, Sie thäten mir einen großen Gefallen, wenn Sie vorausreiten wollten und einen der Stallleute hieherſchicken, der mir mein Pferd abnimmt.

Wenn Eure Hoheit in der That von hier zu Fuße gehen wollen, erwiederte der Oberſtſtallmeiſter,ſo würde ich recht ſehr bitten, mir das Pferd die kleine Strecke zu erlauben, dort nähern ſich auch ſchon von den Leuten. 3