Teil eines Werkes 
49. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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284 Fürſt und Kavalier.

Es iſt allerdings den Fremden unterſagt, dieſen Weg nach dem Schloſſe zu nehmen, doch wurde er Perſonen, welche Beſuche im Schloſſe machen, ſtillſchweigend geſtattet.

So ſcheint jener Herr, deſſen Equipage Sie alſo nicht kennen, Rodenberg, einen Beſuch bei uns machen zu wollen, und es wäre mir faſt intereſſant zu erfahren, wer es iſt, und wem ſein Be⸗ ſuch gilt.

Wollen mir Eure Hoheit vielleicht befehlen, dem Wagen nach⸗ zueilen; ſo vortrefflich ſeine Pferde auch ſind, ſo hoffe ich, ihn doch in Kurzem einzuholen.

Ah, mein lieber Rodenberg, gab der Fürſt, der gut gelaunt war, freundlich zur Antwort,Sie ſcheinen mich gar nicht in An⸗ ſchlag zu bringen, doch glaube ich, daß dieſer Reiter er zeigte auf ſich ſelberund dieſes Pferd das Gleiche zu leiſten ver⸗ mögen.

Gewiß, Eure Hoheit, erwiederte der Oberſtſtallmeiſter eifrig, doch 241

Meinen Sie vielleicht ſo ein kleines Wettrennen hinter einer unbekannten Perſon her würde nicht gerade das ſein, was Baron Spiegel von mir zu ſehen wünſchte? Im Grunde haben Sie recht, laſſen Sie denn ſehen, was Ihr Pferd gegenüber den beiden Ungarn vermag, die ſchon einen tüchtigen Vorſprung haben.

Der Oberſtſtallmeiſter griff an ſeinen Hut, und im nächſten Augenblicke flog ſein vortreffliches engliſches Jagdpferd ſo raſch in die Avenue hinein, daß der Fürſt einige Mühe hatte, das ſeinige zurückzuhalten, doch ſchaute er lächelnd dem Reiter nach und be⸗ merkte bald, daß ſich die Entfernung zwiſchen dieſem und dem da⸗ voneilenden Wagen verminderte. In wenigen Minuten hatte er ihn eingeholt, parirte ſein Pferd und ſchien mit dem Fremden im Wagen zu reden, worauf dieſer nicht nur anhielt, ſondern ſogar augenblicklich aus ſeiner Equipage ſprang.

Ich hoffe nicht, dachte der Fürſt,daß Rodenberg ſtrenge