Fürſt und Kavalier.
„He, mein Freund!“ rief er ihn an,„wollen wir jetzt ſo gut ſein aufzuwachen, und dann möchte ich mit Ihnen überlegen, auf welche Weiſe ich weiter komme.
„Und wohin?“ fragte der Packträger, der augenblicklich auf⸗ geſprungen war.
„Nach einem Luſtſchloſſe, wo ſich der Hof gegenwärtig aufhält,“ ſagte der Fremde langſam und mit vieler Würde, wobei er mit ſeinem Zahnſtocher ſo ausgiebige Bewegungen machte, als habe er das kleine Diner verzehrt, welches auf den Andern, der mit ihm von der Eiſenbahn gekommen war, wartete.
„Nach Warneck,“ gab der Packträger zur Antwort, haben Sie vier gute Stunden zu fahren, und die Poſt geht von hier um zwei Uhr ab, doch würde ich Euer Gnaden rathen, bei der Hitze lieber Extrapoſt zu nehmen: der Eilwagen iſt gewöhnlich ſehr überfüllt, und mit guten Trinkgeldern können Sie bequem in drei und einer halben Stunde nach Warneck gelangen.“
Der Fremde ſchien zu überlegen und bei ſich die Vortheile wie die Nachtheile des Eilwagens gegen die Extrapoſt abzuwägen, dann frug er:„Findet man keine ſonſtige Gelegenheit?“
„Es gibt auch Lohnkutſcher,“ meinte der Packträger achſel⸗ zuckend,„aber theuer und langſam; ich würde zu einer Extrapoſt rathen, bedenken Sie nur bei der Hitze.“
Ein eigenthümliches Lächeln flog über die Züge des Fremden, worauf er raſch entſchloſſen ſagte:„Ich liebe das Alleinfahren nicht, habe gerne Geſellſchaft; bringen Sie meine Sachen nach der Poſt und warten Sie dort auf mich, ich finde meinen Weg ſchon allein dorthin— Sie haben Numero ſechzehn.“
„Numero ſechzehn,“ wiederholte der Packträger, indem er mit der Rechten, ſowohl um die Nummer zu zeigen, wie um zu grüßen, an ſeinen Kappenſchild fuhr.
„Gut, ich komme gleich nach— geben Sie mir insbeſondere auf meinen Nachtſack Achtung.“
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