Teil eines Werkes 
49. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Fürſt und Kavalier. 25

Sag' es friſch heraus, rief der Andere mit einer offenbar erzwungenen Heiterkeit,ſage Amen zu meinem Vorſatze, zu dem Vorſatze nämlich, ſie wenigſtens wiederzuſehen und mit ſcharfem Blicke zu unterſuchen, ob und was an Deinen Anklagen wahr iſt.

Der alte Mann hatte tief aufſeufzend zugehorcht, dann ſagte er:Das iſt vielleicht ein gefährliches Spiel, vielleicht auch nicht; mein verehrteſter, gnädiger Herr, wenn Sie meinen Worten nicht glauben, ſo folgen Sie wenigſtens meinem Rathe, erlauben mir aber vorher eine Frage: wollen Sie dort die Rolle jenes Künſtlers ſpielen, als der Sie in Rom mit der Prinzeſſin bekannt geworden ſind? Ich ſetze nämlich voraus, fuhr er mit einem feinen Lächeln fort,daß ſich Arthur von Saleck nach jenem Zuſammentreffen im Vatikan der Prinzeſſin vorſtellen ließ, ſie auch ſpäter häufig ſah, wie ich auch wohl annehmen darf, daß die kunſtſinnige Dame im Beſitze einiger Zeichnungen jenes talentvollen jungen Künſtlers iſt.

Du biſt ein arger Spötter und hinterliſtiger Menſch, aber ich muß geſtehen, daß dem ſo iſt wie Du geſagt. O, ich ſah ſie nur zu oft, wenn ich Deinen harten Worten glauben muß, und häufig genug und bei vielerlei Gelegenheiten, wo ſie ſich ſo natürlich und offen gab, daß ich doch noch des Glaubens bin, Du ſeieſt ein Verleumder oder wenigſtens ein arger Uebertreiber ge⸗ weſen.

O wäre dem ſo, ich wollte nie mit größerer Luſt Unrecht gehabt haben, als gerade jetzt, aber Sie haben mir meine Frage noch nicht beantwortet, unter welcher Geſtalt gedenken Eure Hoheit aufzutreten?

Unter keiner, welche Dir das Recht gibt, dieſen Titel zu ge⸗ brauchen, den ich mir ſchon einmal verbeten. Ich ſtelle es mir ſo reizend vor, jene Rolle aus Rom fortzuſpielen und mich hier wie dort als enthuſiaſtiſchen Bewunderer der ſchönen Prinzeſſin einzu⸗ führen vielleicht, ſetzte er mit einem leichten Seufzer hinzu, daß ſie ihr Verſprechen erfüllt und mir erlaubt, ihr Zeichnungs⸗