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Fürſt und Kavalier. 23
Grafen und der Gräfin Sporbach— ja ſie hatte es durchgeſetzt,“ wiederholte er und legte einen ſtarken Nachdruck auf das letzte Wort.
„Wie ſo durchgeſetzt?“ frug der junge Mann ungeduldig.
„Es iſt in dieſer Beziehung das richtige Wort, denn als die Prinzeſſin zum erſten Mal den Wunſch ausſprach, Italien zu ſehen...
„Den ich außerordentlich gerechtfertigt finde.“
„Gewiß, doch meinte Seine Hoheit, unſer regierender Herr, es hätte damit noch Zeit bis zu einer paſſenderen Gelegenheit— ein Einwurf, den aber die Prinzeſſin ſehr übel vermerkte und es trotz alledem durchſetzte, die Reiſe im vergangenen Jahre zu machen. O— o— o— oh, ſie ſetzt viel durch, die Prinzeſſin Helene.“.
„Ah, ich fange an zu verſtehen,“ gab der junge Mann mit finſterem Blicke zur Antwort und kaute an ſeinem Barte, den er zwiſchen die Lippen genommen,„Du willſt damit ſagen, ſie hat ihren eigenen Willen und pflegt dieſen durchzuſetzen?“
„Mit allen Mitteln.“
„Hm, mit allen Mitteln? Doch nicht mit Mitteln, die ſich für eine junge Dame ihres Standes nicht geziemen?“
Der alte Mann hatte ſich unterdeſſen dem Andern genähert und faßte mit einem milden und weichen Geſichtsausdruck mit ſeinen beiden Händen deſſen Rechte, wobei er verſuchte, ihm herzlich und innig in die Augen zu ſchauen; doch wandte Jener ſeine Blicke unmuthig ab, wobei er ſagte:„Du haſt mich tief in's Herz ge⸗ troffen, hinter Deinen Worten, ja ich muß ſagen, hinter Deinen Anſchuldigungen ſteckt noch mehr, als Du ſagen willſt.“
„Sie thun mir Unrecht, gnädiger Herr; ich werde Alles ſagen, denn wie könnte ich eine Zurückhaltung rechtfertigen, wo es ſich um Ihr ganzes Lebensglück handelt?“
„Iſt die Prinzeſſin nicht ſchön, geiſtreich, liebenswürdig?“ fuhr der Andere heftig auf.


