Teil eines Werkes 
49. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Fürſt und Kavalier. 21

aber ich hätte eher an mein plötzliches Ende gedacht, als daß es ſo kommen würde aber wollen Sie nicht in Ihrer Erzählung fortfahren, gnädiger Herr?

Daß ich ein Narr wäre, nicht eine Sylbe ſollſt Du mehr erfahren, bis ich weiß, wer Dir mein Geheimniß verrathen. Sollte noch Jemand Anders darum wiſſen? ſetzte er nach einer Pauſe raſch aufſtehend hinzu,o, das wäre ſehr unangenehm ſehr, ſehr unangenehm.

Er machte einen Gang durch das Zimmer, und als er darauf wieder vor dem alten Herrn ſtehen blieb, fuhr er fort:O ich hatte mich ſo darauf gefreut, unbekannt vor ſie hinzutreten, ſie näher kennen zu lernen, mit Empfehlungen von Dir, die mir bei Hofe den beſten Eingang verſchafft haben würden, vielleicht ihre Theil⸗ nahme zu erwecken, und dann, aber es iſt jetzt Alles vorbei, rief er mißmuthig aus,wenn man weiß, wer ich bin, wenn man bei Hofe eine Ahnung von meinen Abſichten hat wahrhaftig ich hätte mich lächerlich machen können, wenn ich mich als Maler Saleck hätte vorſtellen laſſen. Aber ſage mir um's Himmels willen, wie war es denn möglich, daß das hier ſchon bekannt ſein konnte?

Ich habe Sie ausreden laſſen, gnädiger Herr, gab der alte Mann mit einem ruhigen Lächeln zur Antwort,weil es gegen den Reſpekt wäre, Sie zu unterbrechen, aber die Sache iſt ganz anders, wie Sie denken; glauben Sie den Worten eines ehemaligen und treuen Dieners Ihres Vaters: hier bei uns weiß Niemand etwas über das Zuſammentreffen, von dem Sie mir ſoeben erzählten; do o o oh, fuhr er kopfſchüttelnd fort,alſo das iſt die junge Dame mit allen Vorzügen des Geiſtes und des Körpers, voll Herz und Gemüth o o o oh, ſee hätte ich allerdings nicht gerathen!

Räthſel auf Räthſel, rief der junge Mann ungeduldig, wollen wir uns vielleicht ruhig verſtändigen, denn auf mein Wort,