Teil eines Werkes 
49. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Fürſt und Kavalier.

haben willſt; denn wenn ich Dir den Namen nenne, ſo ſpringſt Du in die Höhe, ſchlägſt die Hände zuſammen und wirſt ausrufen: Warum iſt mir das nicht ſogleich eingefallen? Aber, ſetzte er leiſer hinzu,es iſt ein wahres Sprüchwort, daß der Prophet nichts in ſeinem Vaterlande gilt, und daß uns etwas, das wir beſitzen, nicht immer begehrenswerth erſcheint.

Der alte Mann ſchien die letzten Worte nicht gehört zu haben; er hatte ſein Käppchen etwas auf die Seite geſchoben und dachte nach, und dann ſagte er achſelzuckend:In dieſer Geſchichte kann ich mich unmöglich zurechtfinden, und wenn ich alle Damen, die hieher gehören könnten, an den Fingern abzähle, ſo bin ich doch nicht im Stande, die zu finden, auf welche Ihre Schilderung, gnädiger Herr, nur annähernd paſſen dürfte.

Der junge Mann hatte ſich rittlings auf einen Stuhl geſetzt, die Arme auf eine Lehne deſſelben gelegt, und ſtützte vergnügt lächelnd das Kinn auf ſeine Hände, offenbar ſehr erheitert durch den Gedanken, daß der alte Herr vergeblich mit großer Mühe ſuchte, was er doch mit etwas Ueberlegung oder mit einem ganz kleinen Fingerzeig auf den richtigen Weg im Augenblicke finden mußte. So will ich Dir denn erzählen, wo ich ſie fand.

Warum nicht lieber gleich den Namen ſagen?

Ich will mich an Deiner grenzenloſen Ueberraſchung weiden, Du würdiger Herr, ſagte der junge Mann lachend,sécrétaire intime meines hochſeligen Herrn Vaters, Du, ein Geſchäftsmann, der es verſtand, die leiſeſte Andeutung zu einem feſten, haltbaren Stricke zuſammenzuknüpfen und nun ſo rathlos höre alſo, es war in Rom.

Wo? fragte der Andere, ſo raſch ahſmerkſam werdend, als habe er nicht recht gehört.

In Rom, im letzten Winter.

O o ooh, das iſt doch nicht gut möglich. Ich ſage Dir, es war in Rom im letzten Winter, wir hatten