Fürſt und Kavalier. 15
und während er ſich dieſem näherte, betrachtete er aufmerkſam die Gebüſchgruppen, Statuen und Springbrunnen, womit der ziemlich große Platz beſetzt war.
Dieſes mochte ihn eine halbe Viertelſtunde in Anſpruch ge⸗ nommen haben, worauf ſich der Fremde, der häufig nach einem Seiteneingang des Schloſſes geblickt, nun in raſcheren Schritt verſetzte, als er ſeinen Diener dort herauskommen ſah. Einen Augenblick blieb dieſer vor ſeinem Herrn ſtehen, worauf er ihm ſagte:„Er iſt zu Hauſe und wohnt noch in dem Euer— bekannten Zimmer.“
„Danke, laß Dir in der Reſtauration zu eſſen geben, ich komme in einer ſtarken halben Stunde.“
Nach dieſen Worten ſchritt er dem Schloſſe zu und verſchwand in dem oben erwähnten Seiteneingang.
Hier ſaß ein alter Portier in bequemer Jacke und Mütze in einem ſchattigen Winkel und las eine Zeitung; er fuhr mit der Hand grüßend in die Höhe, als der elegante, vornehm ausſehende Fremde ihm einen Namen nannte, und wies dann kopfnickend auf einen Korridor. Dieſem folgte der Eingetretene, und ſo leicht und elaſtiſch er auch auftrat, ſo hallte es doch gewaltig in dem leeren Gange wieder, und als er zufällig einmal huſtete, war es gerade, als litte das ganze Schloß an einem heftigen Katarrh, denn aus zahlreichen Winkeln und Ecken huſteten vernehmlich die Echos.
Der Fremde ſtieg eine Treppe hinauf, dann noch eine, wandte ſich oben links, dann rechts mit einer Sicherheit, der man es an⸗ ſah, daß er nicht zum erſten Male dieſe Räume betrete, dann hielt er vor einer Thüre und klopfte, nachdem er die Karte an derſelben einen Augenblick betrachtet; es erſcholl ein ziemlich lautes„Herein!“ und gleich darauf ſtand der Fremde im Zimmer einem alten Manne gegenüber, der in ſehr bequemer Kleidung auf einem Lehn⸗ ſtuhle ſaß. Auf dem Kopfe hatte er ein ſchwarzes Sammetkäppchen, unter dem ſchneeweiße Haare hervorblickten; er erhob ſich halb und


