Teil eines Werkes 
49. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Fürſt und Kavalier. 13

berechtigen, daß wir es mit einem vornehmen, aber etwas herunter⸗ gekommenen Manne zu thun haben.

In Erwartung des Beefſteaks und der halben Flaſche Tiſch⸗ wein hatte ſich der Fremde in ſeinen Stuhl zurückgelehnt und machte die Bewegungen des Zahnſtocherns, wobei er jedoch nicht weiter kam, als daß er mit dem betreffenden Federkiel die Haare ſeines langen Schnurrbartes auseinanderſtrich.

Jetzt trat der andere Fremde, den wir auf der Eiſenbahn mit ſeinem Bedienten geſehen, in das Lokal, eine ebenfalls hoch⸗ gewachſene, dabei ſehr vornehme Geſtalt mit angenehmem, ja freundlichem Geſichtsausdruck, gleichfalls dunklem Haar wie der zuerſt Angekommene, ſowie Schnurrbart von demſelben Schnitte;

überhaupt hatten die beiden Männer in ihrer ganzen Haltung,

in ihrer Geſtalt, in ihrem Auftreten eine Aehnlichkeit miteinander, welche übrigens verſchwand, wenn man beide genauer und im Ein⸗ zelnen betrachtete.

Das Aeußere des zuletzt Angekommenen unterſchied ſich dagegen durch ſeine Kleidung auffallend gegen das des Andern; dieſelbe war elegant, faſt zierlich; er trug einen Anzug von feinſtem perlfarbenem Wollenſtoff, blendend weiße Wäſche, die er an ſeinem Halſe, ſeinen Handgelenken und ſeiner Bruſt deutlich ſehen ließ, und die auch von der Eiſenbahnfahrt nicht im Mindeſten gelitten zu haben ſchien; ſeine Stiefel waren von einem untadelhaften Schnitt, und ſeine Handſchuhe ſahen ſo ungemein friſch aus, daß man hätte glauben können, er habe zu dem kurzen Wege von der Eiſenbahn hieher ein Paar neue angezogen. Sein Diener, der hinter ihm an der Thüre ſtehen blieb, trug die dunkle, einfache Reiſelivree eines vornehmen Hauſes. Nach dieſem wandte ſich der Fremde jetzt um und ſagte halb⸗ laut:Sieh' nach, ob er für mich zu ſprechen iſt, aber nur er; wenn Du ein fremdes Geſicht treffen ſollteſt, ſo thue, als hätteſt Du Dich in der Wohnung geirrt, und kehre zu mir zurück.

Soll ich Euer Ihren Namen nennen, wenn ich ihn treffe?

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