Teil eines Werkes 
26. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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240 Die erſte Verſammlung

Hier, wo— doch was ich ſeh' und hör', 's iſt alles zum Entzücken!

Auf, Brüder, trinkt die Gläſer leer Und laßt die Hand uns drücken.

Dem Künſtlerbund dies Glas und topp! Dem Binger— dieſen Schoppen, Damit uns ſeine alte Klopp

Die Bilder hilft verkloppen.

Das Bingener Feſtcomité, welches überhaupt alles gethan, um den Fremden den Aufenthalt angenehm zu machen, hatte uns auch noch eine weitere Ergötzlichkeit bereitet. An den beiden vorhergehenden Ta⸗ gen hatten einige Muſikanten mit Violine, Clarinette und Contrebaß ihre harmloſen Weiſen aufgeſpielt, heute aber erſchallte mit einemmale rauſchende Militärmuſik, und eine Abtheilung der öſterreichiſchen Bande aus Mainz marſchirte geſchloſſen in den Saal und erhöhte die Luſtig⸗ keit der Tafelnden zu lautem Jubel. Dabei war es eigentlich traurig anzuſehen, wie unſer armes bisheriges Orcheſter mit einem wehmüthi⸗ gen Akkorde plötzlich abbrach, ſeine Noten und Inſtrumente zuſammen⸗ packte und ſich vor den rauſchenden Klängen der neu Angekommenen ſtill aus dem Saale ſchlich— ein treues Bild unſerer gegenwärtigen Zeit. Leutze aus Düſſeldorf dankte dem Bingener Comité in beredten Worten für dieſe neue Aufmerkſamkeit, worauf Herr Kreisrath Parcus im Namen der Uebrigen noch einmal ſeine Freude darüber zu erken⸗ nen gab, daß die deutſchen Künſtler Bingen zu ihrem Verſammlungs⸗ ort gewählt.—„Um aber auch,“ ſetzte er hinzu,„die Damen der Stadt, die bisher dem feſtlichen Treiben theilnehmend von ferne zuge⸗ ſchaut, nicht ganz auszuſchließen, habe das Bingener Comité für heute Abend einen Ball arrangirt, wo Fröhlichkeit ohne Zwang und ſtrenge Formen herrſchen ſollte.“ Dieſe Eröffnung wurde mit außerordentli⸗ chem Jubel entgegengenommen, und als ſich bald darauf nach been⸗