Teil eines Werkes 
26. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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Die erſte Verſammlung

Ueber's Jahr, über's Jahr, wenn i wiederum komm, Kehr' i ein, mein Schatz, bei dir.

Der heitere Abend wurde ebenſo heiter mit einem gemeinſchaftli⸗ chen Nachtmahle in den Sälen des Badhauſes beſchloſſen, wo zwang⸗ loſer Scherz und ächter Künſtlerhumor aufs Freieſte waltete. Jeder Augenblick brachte für den Zuhörer und Zuſchauer eine neue Ueber⸗ raſchung; originelle Figuren, trotz des Wenigen, was man finden konnte, aufs zweckmäßigſte koſtumirt, ließen ſich ſehen, führten Scenen auf und deklamirten. Ja ſpäter wurde quer durch eine Seite des Saals vermittelſt zuſammengerückter Tiſche eine förmliche kleine Bühne gebildet, wo Räuberſcenen, Bekanntes parodirend, mit köſtlichem Hu⸗ mor ſpielten, wo deklamirt wurde und wo man berühmte Virtuoſen in ſchrecklicher Wahrheit karrikirt erſcheinen ſah.

Es war ſpät, als man ſich trennte, aber alle geſtanden, einen köſtlichen Abend verlebt zu haben. In der am nächſten Morgen ab⸗ gehaltenen dritten und ketzten Sitzung wurde der Beſchluß gefaßt, Frankfurt am Main als Verſammlungsort, ſowie als Ausſtellungsort für das nächſts Jahr zu beſtimmen. Dieſer Beſchluß hat nun zwei

ſehr verſchiedene Seiten. Wenn es am Ende für jeden der Theilneh⸗

mer und Ausſteller angenehm ſein wird, zugleich in der Stadt, wo die Bilder zuſammen kommen, auch die Freunde zu finden und mit ihnen ein paar Tage vergnügt zu verleben, ſo iſt Frankfurt als große Stadt, welche ſich durch den Zuſammenfluß vieler Fremden ganz vor⸗ trefflich zur beabſichtigten großen Ausſtellung eignet, zu dem andern Zwecke eines Beiſammenlebens der Künſtler wis hier in Bingen durch⸗ aus nicht paſſend. Dazu iſt Frankfurt zu groß; man wird ſich dort zerſplittern, man wird vielleicht in den Berathungsſtunden zuſammen kommen, um ſich alsdann hierhin und dorthin zu verlieren. Man hätte auch zur zweiten Verſammlung eine kleine Stadt wählen ſollen; die erſte nach Bingen zu verlegen war eine vortreffliche Idee des Düſ⸗ ſeldofer Comités. Hoffen wir, daß darin noch etwas geändert wer⸗