Die erſte Verſammlung
Pferdchen, die es zu einem wirklichen ſichtbaren Galopp brachten. Wie eine Karawane zog ſich der Reiterzug ſchon gleich zu Anfang weit auseinander und nahm ſich in den Schlangenwindungen des Berg⸗ pfades allerliebſt und maleriſch aus; dabei tönten luſtige Lieder und lauter, herzlicher Zuruf, wenn man einen Freund einholte, den man ſeit dem Ausritte vermißt, kurz es war ein luſtiger Zug lebensfroher, gemüthlicher Leute, wie ſie der alte Niederwald gewiß lange nicht geſehen.
Am Jägerhauſe ſammelte ſich das wilde Heer und über hundert Stimmen riefen nach Kaffee. Daß dieſes ſehr angenehme Getränk hie und da einem Glücklichen zu theil wurde, habe ich für meine Perſon gerochen und am Klappern der Taſſen entnommen; trotzdem aber ſo⸗ gleich bei der Ankunft ein Kaffepräſident, ſowie ein ditto für Milch und Zucker ernannt wurden, gingen doch die meiſten leer aus und mußten ſich mit dem guten Willen der Wirthsleute begnügen, die treppauf und ab ſtürmten, um nur einem kleinen Theil der Forderun⸗ gen gerecht werden zu können..
Vom Jägerhauſe erreichten wir in weniger Zeit den Apollotempel auf der Höhe des Niederwaldes über Rüdesheim gelegen mit ſeiner großartigen und wunderherrlichen Ausſicht auf das hier ſo weite und majeſtätiſche Rheinthal. Wer im Jägerhaus keinen Kaffee erhalten hatte, konnte ſich hier an Pfirſichen und guten Weintrauben erlaben, die in ziemlicher Menge zum Verkauf ausgeboten wurden. Abwärts war der Anblick des Reiterzuges eigentlich noch komiſcher als aufwärts, denn hier iſt es ſchon leichter, eine heroiſche Haltung anzunehmen, wogegen der Sitz manches Reiters hinunter auf ſteilem Wege mit zu⸗ rückgelegtem Oberkörper, die Fußſpitzen faſt an den langen Eſelsohren haltend, alles ritterlichen Anſtandes entbehrte.
Vor Rüdesheim wurde übrigens Sitz und Haltung corrigirt, und als man ſo einzog, froh und heiter, als die Hufe der Thiere in den engen Straßen gewaltig klapperten und die kräftigen Geſtalten der Reiter keck an den Häuſern hinauf ſchauten, da bin ich überzeugt, daß


