Teil eines Werkes 
26. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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deutſcher bildender Künſtler. 235⁵

von der ſich, glaube ich, nicht ein einziger der Anweſenden ausſchloß. Und ſo zogen denn die luſtigen Völker Arm in Arm, ſingend und lachend vom Badehaus nach den Ufern des Rheins, wo eine große Menge Nachen bereit lag, in welche ſich die Geſellſchaft theilte. Ob einer oder der andere ein wenig ſtärker beladen war oder einen mehr oder minder geſchickten Steuermann aus der Künſtlerſchaft ſelbſt hatte, darauf wurde gerade nicht beſonders geſehen, woher es denn wohl kam, daß mancher Nachen tüchtig ſchwankend ſich in eigenthümlichen Schlan⸗ genlinien fortbewegte und Fährleute und Steuermann große Anſtren⸗ gungen machten, um Scylla und Charybdis zu vermeiden: Scylla das Bingerloch mit ſeinen ſtrudelnden Untiefen nämlich, und Charybdis ein paar ſich raſch folgende Dampfer und Remorqueurs. Eins der Boote zeigte dabei einen bedenklichen Leck und alle Hand mußte an die Pumpen, d. h. das Waſſer mit den Händen ausſchöpfen, um Aßmanns⸗ hauſen glücklich zu erreichen.

Hier am Ufer war nun wohl die ganze Einwohnerſchaft verſam⸗ melt mit den getreuen Laſtthieren, kleinen Pferden und Eſeln, aufs Mannigfaltigſte und Abenteuerlichſte geſattelt und geſchirrt, und man hatte ſich nicht geringe Mühe gegeben, um die ganze Künſtlerſchaft beritten zu machen. Der drängte ſich zu einem Eſel durch, dieſer zu einem Pferde. Dabei wählte man hier ein Thier mit altem engliſchem Sattel, dort eines, deſſen überzogener Reitſitz, vorn und hinten hoch aufgepolſtert, an die Rüſtzeuge des Mittelalters erinnerte; Steigbügel wurden probirt und Zügel ſo ernſthaft betrachtet, als gälte es weniger eines harmloſen Rittes über die Berge als des Angriffs auf irgend einen feindlichen Volksſtamm. Sowie ein Trupp beritten war, ſo machte er ſich unter lautem Halloh, unter Hurrahrufen und Singen auf den Weg. Es war ein komiſcher, ergötzlicher Anblick, die man⸗ nigſaltigen Reiter zu ſehen, ſich ſelbſt und andere karrikirend, auf den armen Thieren, die ihr Möglichſtes thaten, ihre ſteifen Beine mit dem friſchen Muth ihrer Beſteiger in Einklang zu' bringen. Dabei habe ich Eſel geſehen, die mit wackelnden Ohren förmlich trabten, und