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Zwei Nächte.
„Und doch habt ihr's bei dem Hauptquartier am Beſten,“ ſagte der andere Huſarenoffizier lachend,„wo ihr einfallt, findet ſich immer etwas, oder vielmehr, ihr fallt nur da ein, wo ſich etwas findet, und dann bekommt ihr doch meiſtens ein Obdach, könnt euch im Trockenen ausſtrecken und euch behaglich niederlegen, ſei's auch nur auf Stroh oder Heu.“
„Allerdings,“ entgegnete der Ordonnanzoffizier,„ſind aber dafür auch, wie ſchon bemerkt, faſt Tag und Nacht im angeſtrengteſten Dienſt. Melde ich mich nachher im Hauptquartier, ſo heißt's unfehl⸗ bar: Sie haben den zweiten oder dritten Ritt heute Nacht; dann kann irgend eine Zufälligkeit kommen, die meine Vordermänner weg⸗ ruft, und ich habe vielleicht einen nächtlichen Spazierritt von ſechs bis acht Stunden. Aber,“ ſetzte er luſtig lachend hinzu und hob ſein
Glas gegen die Sonne,„um Alles in der Welt möchte ich nicht ver⸗
tauſchen jenen Abend mit heute und gebe nur der Herr der Schlach⸗ ten, daß dieſe angenehme Zeit noch lange fortdauern möge!“
„Wozu indeß wenig Hoffnung iſt,“ ſagte der Generalſtäbler,„die Komödie iſt aus oder wird morgen, übermorgen ausgeſpielt, Mailand iſt eine brillante Schlußdekoration, dann fällt hinter Karl Albert und ſeinem Heere der Vorhang.“
„Aber, theuerſte Freunde,“ bemerkte jetzt Graf S.,„es muß ge⸗ ſchieden ſein; ich muß ins Hauptquartier und möchte mich beeilen, denn ich ſehe dort am Horizont verdächtige ſchwarze Wolken auf⸗ ſteigen.“
„Verdammt!“ ſagten die beiden Kavallerieoffiziere, welche die Ausſicht hatten, die Nacht über im Freien zu bleiben und ſchauten den finſteren Wolken zu, welche ſich am Horizont drohend emporwälz⸗ ten;„das wird eine naſſe Nacht werden.“
„Und vielleicht eine blutige,“ ſagte der Generalſtäbler;„General Bara hat ſich mit einigen Truppen nach Pizzeghettone geworfen, er wird die kleine Feſtung gegen einen Handſtreich ſicher ſtellen wollen, um ſein Fuhrweſen glücklich durch das dortige Defilée zu bringen.


