34 Zwei Nächte. täuſcht, iſt es unſer lieber Graf S. Seht wie er ſeinen Gaul zurück⸗ hält, um ordonnanzmäßig im Schritt über die Brücke zu kommen. Ja, ja, er iſt's! Jetzt hat er das Ufer erreicht, und läßt den Hügel herauf das Pferd ausziehen.“
Der alſo Angemeldete— es war wirklich Graf S.— flog den Uferrand hinauf und jagte an das Haus hin.„T'ſchau!“ rief er freu⸗ dig, als er die drei auf der Terraſſe ſtehen ſah,„grüß' euch Gott, freut mich ſehr, euch zu ſehen. Wo find' ich den Feldmarſchall⸗ Lieutenant?— Gleich hoff' ich zu euch zu kommen, hebt mir ein Glas Wein auf.“
„Reite nur ein paar tauſend Schritte rechts hinüber,“ antwortete der Huſarenoffizier, nachdem er die Grüße herzlich und freundlich er⸗ widert,„da wirſt du auf der Anhöhe einen Bauernhof finden, dort iſt er, wenn er nicht ſchon nach San Baſano hineingeritten iſt. Sieh aber zu, daß du dich nicht lange aufzuhalten brauchſt;— müſſen wir hier bleiben?“ rief er dem Davonreitenden nach, und dieſer winkte ein Ja und war bald zwiſchen dem hügeligen Terrain verſchwunden.
Die drei ſetzten ſich an den Tiſch, ließen eine neue Foglietta kommen und⸗theilten ſich ihre kleinen und großen Ereigniſſe mit. Es dauerte nicht eine Viertelſtunde, da kam Graf S. wieder daher ge⸗ ſprengt, hielt an dem Hauſe, ſprang behende vom Pferde und eilig die Treppe hinauf.
„Na, grüß' euch Gott nochmals!“ rief er luſtig, ſeine beiden Hände ausſtreckend, die von den Andern herzlich erfaßt und gedrückt wurden.
„Jetzt habe ich erſt einen Augenblick Zeit, mich zu freuen, daß ich euch wiederſehe, nur kurze Zeit leider, denn ich muß bald in's Hauptquartier zurück.— Wie iſt's euch ergangen?— Keine Ver⸗ wundung? Heil und geſund?“
„Alles wieder in Ordnung!“ lachte der andere Huſarenoffizier, „ich habe bei Curtatone einen kleinen Streifſchuß erhalten, aber nichts
von Bedeutung, war bald wieder zuſammengeflickt;— und du?—


