Zwei Nächte. 33 5 vom Fuß der Terraſſe. Die Beiden ſprangen von ihren Stühlen auf und bemerkten einen jungen Offizier mit niederem Hut und grünen Federn, der ſich zu Pferd durch die Soldatengruppen langſam dem Hauſe näherte.
„Grüß dich Gott, Generalſtäbler ¹“ rief der Huſar, nachdem er den Anreitenden erkannt;„woher des Weges? Du willſt zum Haupt⸗ quartier? Na, komm einen Augenblick herauf und mach' hier eine Haltſtation.“
Der Generalſtabsoffizier ſchwang ſich vom Pferde, gab die Zügel einem Dragoner, der unten ſtand und ſtieg die Treppen hinauf.
„Wir haben uns lange nicht geſehen,“ rief er luſtig,„ich glaub' ſeit Verona nicht. Wie ſchaut's, was treibt ihr?“
„Wir warten hier geduldig,“ entgegnete der Chevauxlegeroffizier, „bis wir den verdammten Fluß paſſiren dürfen.— Haſt du vielleicht einen Befehl deßhalb mitgebracht, Generalſtäbler?“
„Etwas der Art wohl,“ lachte dieſer,„aber von Paſſiren iſt für heute keine Rede. Ihr werdet hier wahrſcheinlich ruhig liegen bleiben; eine herrliche Nacht wird's geben, euer Wein iſt auch nicht ſchlecht, wie ich merke, und ſo könnt ihr's ſchon aushalten.“
„Verdammt!“ murrte der Huſar,„ſeit vier Tagen ſind wir be⸗ ſtändig rückwärts und bekommen nicht einen feindlichen Pferdeſchweif zu ſehen; vom Einhauen iſt ſchon ſeit langer Zeit keine Rede mehr.“
„Die da vorn,“ ſagte der vom Generalſtab lachend,„haben es auch nicht beſſer, Pferdeſchweife ſehen wir freilich, auch Kanonenmün⸗
dungen genug, aber alles das in der allerweiteſten Entfernung.“
„Und dleiben wir wirklich heute hier?“ fragte der Chevauxleger.
„Wahrſcheinlich; doch erwarte ich noch einen Ordonnanzoffizier aus dem Hauptauartier. Kommt dort nicht etwas über die Brücke?“ Bei dieſen Worten richtete der Offizier vom Generalſtab ſein Fern⸗
rohr auf den Fluß und fuhr dann fort:„Richtig, es iſt ein Huſaren⸗ woffizier, der wird einen Befehl bringen, und wenn mich nicht alles Hackländers Werke. XXVI. 3


