Zwei Nächte. 31
daten am Fuß der Terraſſe, die mit maleriſchen Kriegsbildern um⸗ geben war. Hier ſaß ein Huſar auf den Stufen der Treppe, mehrere Roſſe am Zügel, dort ſchnallte ein Dragoner an ſeinem Sattel herum, während ein Chevauxleger, beide Arme auf den Rücken ſeines Pferdes gelehnt, mit der einen Hand ein Glas hielt, enthaltend einen Reſt Wein, den er dem Kameraden reſervirte. Auf der andern Seite gingen Infanterie⸗ und Kavallerieoffiziere auf und ab und tauſchten ihre Meinungen aus, ob ſie heute noch ihren vorausgegangenen Kameraden folgen oder hier einen Bivouak beziehen würden. Infanteriſten ſaßen am Boden, das Gewehr auf den Knieen, und zwiſchen ihnen Grena⸗ diere, die ſchwere Bärenmütze neben ſich, dort eine Gruppe von Jägern
auf dem Bauch ausgeſtreckt, den Kopf auf den Arm geſtützt, die Büchſe
neben ſich. Ein Tambour, der wahrſcheinlich von den letzten Affairen träumte und auf einem alten Faſſe ſaß, ſchlug pianiſſimo einen Marſch zum Angriff. Nicht weit von dem kleinen Hauſe befanden ſich Grup⸗ pen gefangener Piemonteſen, von Grenadieren bewacht, die Soldaten lagen ermüdet am Boden, die Offtziere ſtanden in Gruppen und blickten finſter dem dahinziehenden Heere nach. Dies ganze lebendige Bild wurde vervollſtändigt durch zahlreiche Viehheerden, die den Ba⸗ taillonen nachgetrieben wurden und durch ſchwere Karren mit Ochſen beſpannt, auf welchen Weinfäſſer lagen. Die Pferde der Kavallerie ſchüttelten ſich und ſchnaubten, von dem andern Flußufer drüben ſchallte zuweilen leiſer Trommelſchlag und einzelne Klänge der Feld⸗ muſik herüber. Zuweilen hörte man rückwärts ein Hornſignal, ein luſtiges Soldatenlied und lautes Lachen, und dann und wann tiefes, kräftiges Gebrüll aus den Viehheerden.
Die Offiziere, die unter der Veranda ſaßen, waren zwei junge Männer, ein Rittmeiſter von den Huſaren, ein Oberlieutenant von den Chevauxlegers. Letzterer war eben im Begriff, eine kleine lederne Taſche aufzuſchnallen, die er am Sattel zu tragen pflegte, und worin er ſeine Cigarren aufbewahrte. Die Kleidung der Beiden war mit


