Zwei Nächte.
alle Regimentsmuſiken ſpielten die Nationalhymne, und das Ufer, bis jetzt ein Chaos von Farben und Uniformen, begann lange, geregelte Linien zu zeigen; Infanterie, Kavallerie und Artillerie, die ſich nach und nach langſam in Bewegung ſetzten.
Es war ein bunter phantaſtiſcher Knäuel, eine wirre Maſſe aller Farben: Eiſen, Bronze, Gold und Silber, die ſich jetzt geordnet ab⸗ wickelte, in einem langen Faden die Brücke bedeckte und weit über das jenſeitige Ufer der Adda hinaus ſich ins Land hinein ergoß; ſingend und klingend, raſſelnd, murmelnd, rauſchend, kurz ein Getöſe, daß man es weithin hörte. Endlich wurde der Knäuel dieſſeits kleiner und einfarbiger, und löste ſich zuletzt in eine unabſehbare Reihe von Wagen auf, die jetzt auch über die Brücke rollten. Ihnen folgte der Feldmarſchall mit ſeinem Hauptquartier und es blieben auf dem dieſ⸗ ſeitigen Ufer nur einige Bataillone zurück, welche die Nachhut bildeten, einige Schwadronen Kavallerie und etwas Artillerie.
Am Ufer, ganz in der Nähe dieſer zurückbleibenden Truppen acho ſich ein kleines Haus, die Wohnung des Fährmanns, der mit dieſem Geſchäft eine kleine Wirthſchaft verband. Um den Fluthen der Adda zu entgehen, die zuweilen ſtark anſchwillt, war das Häuschen auf einer Terraſſe erbaut, ſehr klein und einfach: eine Wohnſtube für den Wirth, eine Schenkſtube nach der Terraſſe und dem Fluſſe offen, und dieſe Terraſſe bedeckt mit einer Veranda aus Bäumen und Lattenſtücken beſtehend, die wie alle dergleichen in Italien, um ſo maleriſcher aus⸗ ſah, je leichtſinniger und willkürlicher man in der Errichtung derſelben verfahren. Dichtes Rebenlaub bedeckte die Veranda, alles Holzwerk umrankend, um die geſchlängelten Spitzen der Rebe hingen an den äußerſten Holzſtücken herab und wiegten ſich, in der Luft ſchwebend, leicht hin und her.
Unter dieſem ſchönen natürlichen Dache ſaßen an einem grobge⸗
zimmerten Tiſche zwei junge Offiziere auf derben Strohſtühlen und
ſchenkten ſich abwechſelnd aus der mit Stroh umwundenen Foglietta die Gläſer voll. Ihre Pferde befanden ſich unter Obhut von Sol⸗
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