Teil eines Werkes 
26. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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28 Zwei Nächte. der Italiener. Truppen, die ſich früher tapfer und gut geſchlagen, wandten ſich beim Anblick der weißen Linien und wichen vor den Fängen des Adlers, der ihnen unaufhaltſam nachſetzte. Kavallerie ver⸗ ließ ihre Stellungen, Artillerie raſſelte davon, Infanterie⸗Colonnen lösten ſich auf, ja es kam bei einzelnen Compagnien der Fall vor, daß Soldaten, welche querfeldein liefen, ſich vor ihren Offizieren, die ihnen nachſetzten, auf den Boden warfen und erklärten, ſich lieber hier von den eigenen Pferden zertreten zu laſſen, als wieder gegen den Feind zu marſchiren.

Die ſanft anſteigenden Ufer der Adda boten an dieſem Punkte eines der reichſten, lebendigſten militäriſchen Bilder, die man nur ſehen konnte. Alles war bedeckt mit Soldaten der verſchiedenſten Waffen⸗ gattungen und die Sonne, welche zuweilen heiß durch das zerriſſene Gewölk ſchien, ſchimmerte auf den unzähligen Waffen, auf den Ge⸗ ſchützröhren und auf dem Gold und Silber der Uniformen. Es wogte und ſummte vergnügt durcheinander, die Artillerie ſtand neben ihren Wagen und Geſchützen, Huſaren, Dragoner, Uhlanen hatten die Pferde am Zügel und große Maſſen Infanterie lagerten hie und da auf dem weißen Sande, theilweiſe mit abgelegtem Torniſter und mit zuſammen⸗ geſtellten Gewehren. 4

Dazwiſchen zogen lange Züge Brückengeräthe dem Ufer zu und Ordonnanzen aller Waffengattungen bahnten ſich mühſam ihren Weg

durch das fröhliche Getümmel, Befehle nach dem Fluſſe bringend, bo

die Pontoniere in voller Thätigkeit waren. Mit wunderbarer Schnel⸗ ligkeit wurden die Pontons abgeladen, in das Waſſer geſchoben, ge⸗ ankert und verbunden. Man ſah die Brücken zuſehends wachſen und ſich in den Fluß hinausdehnen, jedes neu befeſtigte Ponton wurde mit lautem Hurrah begrüßt, das ſich rückwärts fortpflanzte den Ufer⸗ rand hinauf, und von den lagernden Truppen frendig vernommen und begrüßt wurde.

Woher aber dieſe ungemeine Geſchäftigkeit kam, und weßhalb die Pontoniere auf dem Fluſſe ſo übermäßig arbeiteten, war deutlich zu