Teil eines Werkes 
26. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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Zwei Nächte. 97

mütze und der Vater brachte wieder und immer wieder den Poſthalters⸗ ſohn von Piazenza ins Haus.

Das war Alles erſchrecklich quälend für ihr Herz; viel beſſer und angenehmer hatte es der junge Offizier. Als der Tag anbrach, war er in Bologna, dann ſah er Florenz, kam nach Rom und Neapel, ſpäter nach Paris; aber in allen Zerſtreuungen der großen Welt, in der herrlichſten Natur, bei den glänzendſten Feſten vergaß er nicht das einſame Poſthaus und die arme Tereſina.

Die zweite Uacht. 1848.

Die ſtillen Fluthen der Adda, nicht beunruhigt durch Dampfboote oder viele Handelsſchiffe, dafür aber der Aufenthalt zahlreicher Fiſche, dies klare, freundliche Waſſer, das bald im tiefen Sand, bald zwiſchen Felſen, bald zwiſchen grün bewachſenen, mit Geſträuch beſetzten Ufern durch die lombardiſche Ebene fließt, ſah am erſten Auguſt ein wun⸗ derbares und prachtvolles Schauſpiel an ſeinen einſamen Ufern ſich entfalten. 1

Es war bei Formigara, wo der ſieggekrönte Heldenmarſchall, Vater Radetzky an dieſem Tage eine Brücke ſchlagen ließ, um das erſte und zweite Armeekorps über den Fluß zu werfen, dem fliehenden Feinde nach, deſſen Colonnen von paniſchem Schrecken ergriffen, den ſiegestrunkenen Oeſtreichern nirgends mehr Stand halten wollten. Kaum beſetzten die piemonteſiſchen Generale eine Poſition, kaum hatten ſie ihre ſtarken Batterien gegen den nachſetzenden Feind gewandt, ſo brachte der Anblick dieſes Feindes die größte Verwirrung in die Reihen