Teil eines Werkes 
26. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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„Euer Gnaden,“ ſagte der Huſar, als ſie das Stallgebäude er⸗ reichten, wo die eben angekommenen Pſerde abgerieben, gefüttert und wieder eingeſpannt wurden,„Euer Gnaden haben, ſcheint mir, die Feldmütze im Wagen liegen laſſen oder verloren.“

Der junge Offizier lächelte und ſagte, er habe vor der Station im Wagen geſchlafen,„und da muß ſie mir vom Kopf herunter gefal⸗ leu ſein, gib mir eine andere.“

So ſehr auch der Graf daran dachte, in Piazenza liegen zu blei⸗ ben, um vielleicht von da aus das Abenteuer der heutigen Nacht wei⸗ ter verfolgen zu können, ſo brachte ihn doch der ſtrenge Blick des Mäd⸗ chens, als ſie ihm ſagte: ſie müſſe ſich ſchämen, wenn ſie ihn morgen wieder ſehe, von dieſem Gedanken ab und er entſchloß ſich, obgleich

„piderſtrebend, ſeine Reiſe fortzuſetzen. Ja einige Mal war er im

Begriffe nach Lodi oder Mailand wieder zurückzukehren, und das Ter⸗ rain genau zu recognosciren, doch fühlte er für das Mädchen eben ſo viel Achtung als Liebe, und war vernünftig genug, alle Folgen zu überlegen, und ſich mit den drei Küſſen zu begnügen, die das gute, unſchuldige Geſchöpf ihm ſo liebevoll gegeben.

Der Poſtillon von Lodi ermahnte ſeinen neuen Collegen, etwas von der verlorenen Zeit wieder einzubringen. Der junge Offizier warf ſich in ſeinen Wagen, der Huſar nahm ſeinen Platz auf dem Bocke wieder ein und die Pferde liefen auf der dunklen Chauſſee dahin, ſo gut ſie konnten. Der neue Poſtillon blies auf ſeinem Horne und es

ben Stunde am Fenſter drüben gehört. Ob auch ſie die Töne wie⸗ der vernahm, zitternd auf ihrem Lager, vielleicht die Kiſſen mit ihren T hränen benetzend?— Ja, ſie vernahm ſie gewiß heute Nacht, und

gewiß ſehnſüchtig nach dem Hügel hinauf, von dem er nicht wieder herniederſtieg, und ſie ſah daſſelbe alle Tage, immer in derſelben Um⸗ gebung und das Bübchen ſpielte gewiß noch wochenlang mit der Feld⸗

war derſelbe Ton und daſſelbe Liedchen, das der Graf vor einer hal⸗

mmorgen wieder, an dem offenen Fenſter wie heute ſitzend, und blickte