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Familien⸗Concert. 265
verrathen, wenn ſein Sohn, der neben ihm ſtand, denſelben nicht noch zur rechten Zeit durch einen kräftigen Huſten verdeckt hätte.
Pauſe mit Komplimenten und Erfriſchungen. Es floßen Ströme von Mandelmilch und Himbeerwaſſer; Stühle wurden gerückt, die Damen erhoben ſich fächernd und mit gelähmtem Geiſt und Körper; junge, lebenskräftige Mädchen ſandten einen ergebungsvollen Blick gen Himmel, und der Menſchenkenner konnte auf manchen gefurchten männ⸗ lichen Stirnen die erſten Anfänge von Selbſtmordgedanken leſen.
Aber glücklich, wer nur unter den allgemeinen Freuden des Familien⸗Concerts zu leiden hatte; glücklich, wer nicht noch daneben einen nagenden Schmerz im Buſen trug, wie die unglückliche Amalie, welche ſich von jenem Ungeheuer, Strammer genannt, nicht nur total vernachläſſigt ſah, ſondern es ſogar mit anſehen mußte, daß er der jüngeren Fräulein A. auf Schritt und Tritt nachging. Strammer, ſonſt ein taktvoller junger Mann, dem die ſtille Neigung der Re⸗ gierungsrathstochter für ihn nicht entgangen war und der es mit einem Hauſe nicht verderben mochte, wo man im Familienkreiſe gut zu Mittag ſpeiste, bemühte ſich heute in der That gar zu auffallend um Fcäulein A. Dieſem ſeltſamen Benehmen lag eine triftige Urſache zu Grunde, und zwar in der Geſtalt eines jungen, unternehmenden Kavallerie⸗Lieutenants, welcher ſich der Fräulein A. gleichfalls auf⸗ fallend näherte, und dem dieſes hübſche, aber leichtſinnige junge Mäd⸗ chen den unglücklichen Herrn Strammer opferte. Wer ruhiger Beob⸗ achter war, ſah zwiſchen dieſen betreffenden Perſonen ein kleines Rennen mit Hinderniſſen. Wo ſich der Kavallerie⸗Lieutenant befand, dahin wurde auch Fräulein A. durch ſeine bezaubernden Blicke gezogen; dieſer folgte Herr Strammer, glühend vor Eiferſucht, und wo es galt, in ihre Nähe zu kommen, da gab es für ihn kein Hinderniß, weder eine dicke Kanzleiräthin, noch die unermüdliche Zunge einer dürren Hofräthin: er ſetzte kühn über alles hinweg, um die Ungetreue beob⸗ achten zu können. Gekränkt im tiefſten Herzen folgte ihm die unglück⸗ liche Amalie, und in dem Zimmer, wo er ſich befand, da wußte ſie, nicht fern von ihm, irgend ein Geſpräch anzuknüpfen, ſo unbedeutend, ſo nichtsſagend, daß es ihr vollkommen Zeit ließ, den ſchlechtdenkenden Strammer zu überwachen.


