Gefährliche Blumenſträuße. 245 ſchon bemerkt, hatten Sie die Freundlichkeit, dem Grafen Rieden einen Paletot anzubieten, den er dankbar annahm und mit mir nach der Stadt zurückfuhr.“
„Ganz richtig,“ bemerkte der Baron.
„Zu Hauſe,“ fuhr der General fort,„übergab ich dem Grafen einige Briefe, die für ihn angekommen waren und die er erbrach, flüchtig durchlas und in die Taſche eben dieſes Paletots ſteckte. Er begab ſich in ſein Hotel, um eine Viertelſtunde nachher in größter Aufregung wieder zu mir zu kommen. In größter Aufregung, und er hatte Urſache dazu; ich weiß nicht, ob die Frau Baronin oder einer der anweſenden Herren etwas darüber hörten, daß eine Ver⸗
bindung zwiſchen dem Grafen Rieden und meiner Tochter projectirt ſei? O doch, es muß ſo ſein, denn ich erinnere mich, daß Herr Eugen mich ſogleich zu verſtehen ſchien, als ich ihn um ein kleines Porträt meiner Tochter bat.“
„Ich, Herr General?“ ſprach der Maler aufs Höchſte beſtürzt und mit bleicherem Geſicht, als ſelbſt in jenem Augenblicke drunten an der Treppe.„Ach, ja, ich erinnere mich, aber Euere Excellenz erklärten ſich ſo deutlich, daß ich— die Sache nicht mißverſtehen konnte.“
„Das iſt auch höchſt gleichgültig, ich geſtehe das Faktum ein, und Sie können ſich deßhalb meinen Schrecken, meinen Schmerz denken, als er mir den verhängnißvollen Paletot zurückbringt,— den Ihrigen, Herr Baron von C.— als er mir erzählt, er habe arglos ſeine Briefſchaften aus der Taſche nehmen wollen und— zu— gleicher Zeit— etwas Anderes— gefunden.“
„ Der Hausherr zuckte die Achſeln mit dem Ausdrucke des größten Erſtaunens, während die Baronin näher trat und erſchreckt ausrief: „Um Gotteswillen, was ſoll denn das, George? O, Herr General, halten Sie ein!“ 3
„Ich bitte dagegen, fahren Sie fort,“ ſagte ruhig der Baron.
Der Maler wollte vortreten, doch hielt ihn Julius am Arme


