Gefährliche Blumenſträuße.
Anweſenden machte, war ſteif und förmlich. An der Thüre blieb er übrigens ſtehen, wandte ſich zu ſeinem Bedienten, der ihm folgte, und nahm demſelben einen Paletot ab, den er nun über ſeinen eigenen Arm hing und darauf langſam vorwärts ſchritt.„Sie waren ſo gütig, Herr Baron,“ ſagte er mit ernſter Stimme,„meinem— dem Grafen Rieden wollt' ich ſagen,— einen Paletot zu leihen, den ich mir erlaube Ihnen ſelbſt zurückzubringen.“
„Aber, Excellenz,“ erwiderte der Hausherr mit einer tiefen Ver⸗
beugung,„Sie bringen mich wahrhaftig in Verlegenheit.“
„Das könnte möglich ſein,“ meinte ruhig der General.
„O, George, wenn du mich nur einen Augenblick angehört hätteſt!“ flüſterte der Maler.
Seine Excellenz ſchaute indeſſen ernſt im Kreiſe umher, und ſagte dann noch förmlicher als früher:„Herr Baron von C., ich würde Sie dringend um ein paar Worte unter vier Augen erſuchen.“
Alle Anweſenden waren aufs Höchſte überraſcht, ja erſtaunt. Die Baronin hatte ſich bei dieſem Vorgange einigermaßen verlegen erhoben und ſtand neben ihrem Fauteuil; der Vicomte ſchaute mit großen Augen darein, und ſelbſt Julius hatte ſich erwartungsvoll umgewandt.
„Eure Excellenz werden mir verzeihen,“ ſprach befremdet der Haus⸗ herr,„ich bin natürlicher Weiſe ganz zu Ihren Befehlen, doch wenn das, was ich hören ſoll, nicht ein Geheimniß Eurer Exeellenz betrifft, ſo würde ich vorziehen, es hier vor meinen Freunden anzuhören.“
„Wie Sie wünſchen,“ entgegnete kalt der General.„Doch wür⸗ den Sie mir vielleicht Dank wiſſen, wenn ich einer unangenehmen Sache nicht gerade vor Madame und dieſen Herren erwähnte.“
„Nach dieſen mir unbegreiflichen Worten,“ verſetzte lächelnd der Baron,„muß ich ganz beſonders auf Oeffentlichkeit beſtehen. Darf ich Euerer Excellenz einen Fauteuil anbieten und Sie geziemend er⸗ ſuchen, mir zu ſagen, wovon die Rede iſt?“
Der General machte, was das erſtere anbelangte, eine abweh⸗
rende Handbewegung, dann ſagte er ziemlich ruhig, aber ernſt;„Wie


