Teil eines Werkes 
25. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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Gefährliche Blumenſträuße. 243

kenne das an der Stellung der Laternen; jetzt biegt der Wagen von der Landſtraße ab, er kommt hieher. Sieh doch, George, wer kann das ſein?

Der Hausherr trat nun ebenfalls ans Fenſter, währenddem auch ſchon die Anderen im Zimmer das dumpfe Rollen eines Wagens hörten, welcher die Rampe hinauffuhr und vor dem Treppenhauſe ſtill hielt. Im gleichen Augenblicke trat Eugen ziemlich aufgeregt in das Zimmer, ſchritt eilig zu dem Hausherrn hin und wollte ihn ab⸗ ſeits ziehen, indem er haſtig ſagte:Du, George, ich bitte dich drin⸗ gend, höre nur zwei Worte.

Gleich, gleich, lieber Freund, erwiderte der Baron, wobei er ſich jedoch, ohne den Maler anzuhören, der Thüre näherte, durch welche der Kammerdiener eintrat. Dabei hielt er Eugens Hand feſt, wie um ihm anzuzeigen, daß er in der nächſten Sekunde ganz für ihn ſei.

Seine Excellenz, der Herr General von W. ſind ſoeben ange⸗ fahren und kommen ſchon die Treppen herauf, meldete der Kammer⸗ diener. 1

Das habe ich mir gedacht! rief erſchreckt der Maler.Nur einen Augenblick, George.

Gleich, gleich, verſetzte der Baron.Seine. Excellenz iſt mir ſehr willkommen, ich werde ihm entgegen eilen.

Aber, George, es iſt wichtig, daß du mich hörſt.

Aber, lieber Eugen, im Augenblick; ich muß doch dem alten Herrn entgegen gehen. Da iſt er ſchon.

Ja, da iſt er ſchon, wiederholte der Maler, ſtützte ſich mit der Hand auf den Tiſch und obgleich auch ſeine Züge ruhig ſchienen, ſah man doch, wie er ſchwer und mühſam athmete.

Der alte General trat in das Zimmer, und der Ausdruck ſeines Geſichtes war ſo ganz anders als vor einer Stunſbe, wo er das Haus verlaſſen. Jetzt hatte er die Augenbrauen finſter zuſammen gezogen, die Lippen auf einander gepreßt, und die Verbeugung, welche er den