Gefährliche Blumenſträuße.
der ſie im Hofe empfängt, ſchielt ſo bedeutſam nach dem Blumenbouquet, daß man es ihm anbieten muß. Während die Mama die Gäſte ebenfalls begrüßt und unterhält, eilt mein junger Tectoſage mit dem Blumenſtrauß auf ſein Zimmer, und da er irgendwo geleſen haben muß, daß ſo ein Ding oft merkwürdige Sachen verbirgt, ſo reißt er die Blüthen aus einander und findet einen Papierſtreifen, auf dem deutlich geſchrieben ſteht: Haſt du es denn nicht ſchon lange gemerkt, wie ſehr ich dich liebe und wie unglücklich es mich macht, daß ich mich von dir trennen ſoll?— Das war in Verſen geſagt, aber die habe ich vergeſſen. Gut. Mein kleiner Freund geht nach den Zimmern ſeiner Mutter, läßt ſie herausrufen und ſagt ihr, er wolle die Auguſte heirathen und ſonſt keine. Was war da zu machen? Mama ſagt: in Gottes Namen, und ſo ſind ſie denn jetzt ein glückliches Paar, und das alles durch einen Blumenſtrauß.— Ich wette, das iſt keine ſchlechte Geſchichte.“
Die Baronin als freundliche Wirthin hatte der Erzählung mit Aufmerkſamkeit gelauſcht. Der Hausherr ſchien ſie ſchon gehört zu haben, auch mochte ihn das Verſchwinden Eugens beſchäftigen, genug, er ſah einigermaßen zerſtreut aus, lehnte ſich weit in ſeinen Fauteuil zurück und blickte nach der Thüre. Julius, der gewöhnlich auf ſeine Nebenmenſchen nur ſo viel Rückſicht nahm, als ihm gerade beliebte, hatte ſich ſchon erhoben, als der Rittmeiſter anfing zu erzählen und war ans Fenſter getreten, vor welchem er ſtehen blieb und in die Nacht hinaus ſchaute, während er einen der Vorhänge auf die Seite drückte:„Wenn mich nicht alles trügt,“ ſagte er nach einer Pauſe, „ſo kommt dort noch ein Wagen. Oder haben Sie vielleicht eine Drotſchke herausbeſtellt, Vicomte?“ wandte er ſich an dieſen, welcher neben der Baronin ſaß und eifrig mit derſelben über die erwähnte Heirath ſprach.
„Ich nicht,“ Zantwortete der kWi auutg kurz,„ich gehe wie abge⸗ redet mit euch zu Fuß.“„ 1
„Es iſt ein niederes Gongs,“ fuhr der am Fenſter fort, nich er⸗


