Teil eines Werkes 
25. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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Gefährliche Blumenſträuße.

Ja, wenn die Reiſe nur länger gedauert hätte, bemerkte nach⸗ denkend der Vicomte.Allen Scherz bei Seite! die drei Damen waren ebenſo liebenswürdig wie ſchön, ebenſo fein gehildet wie ange⸗ nehm in der Unterhaltung.*

Wer will das läugnen? erwiderte der Hausherr.

Ich gewiß nicht, ſprach bedächtig Julius,und weiß Gott

was geſchehen wäre ohne die Geſchichte mit den Blumenſträußen. Ahl die gefährlichen Blumenſträuße, ſeufzte der Vicomte.

Und darauf trat einen Augenblick tiefe Stille ein. Julius und der Vicomte waren in der That ſehr nachdenkend geworden, der Baron konnte ſich eines abermaligen Lächelns nicht erwehren, und ſelbſt über das Geſicht Eugens leuchtete es wie die Erinnerung an eine komiſche Begebenheit.

Ah, meine Herren, ſagte die Baronin nach einer Pauſe,wenn auch Ihre Schilderungen von Terni und der Campagna nicht ſo ganz übel waren, ſo finde ich es doch mir gegenüber unverantwortlich, daß Sie die drei Damen, deren ferneres Schickſal mich intereſſiren muß, ſo ohne Umſtände vor den Thoren Roms ſitzen laſſen. Auch wünſchte

ich die Geſchichte der Blumenſträuße zu erfahren, wenn damit

wandte ſie ſich an ihren Manndie Geſchichte erzählbar und meine Forderung nicht indiseret iſt. 3

Das letztere gewiß nicht, erwiderte Julius, und der Hausherr ſetzte hinzu:Es iſt ein recht hübſcher Nachtrag zu der Reiſe von Terni, den Jedermann hören kann.

Der Vicomte mag das erzählen, ſprach Julius entſchieden, in⸗ dem er ſich in ſeinen Fanteuil zurücklehnte und vor ſich hin in die glühenden Kohlen ſchaute.

Und warum ſoll ich das erzählen? 8

Weil dabei ein bischen Ausſchmückung nichts ſchadet, da die

einfache Thatſache weniger intereſſiren könnte.. Nun denn, Vicomte, rief die junge Frau,ſeien Sie liebens⸗ würdig! 4

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