Teil eines Werkes 
25. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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Gefährliche Blumenſträuße.

Meinetwegen, es iſt eine alte Geſchichte, doch

Ohne Citate, Vicomte! ſagte Julius. 3 Auch das, fuhr Jener fort. Wir kamen alſo nach Rom, leider waren unſere Quartiere im Voraus beſtellt, leider, denn die Damen wählten einen anderen Gaſt⸗ hof. Wir erhielten übrigens die Erlaubniß, ſie beſuchen zu dürfen und machten davon einen umfaſſenden Gebrauch. Graf Rieden war uns dabei unbezahlbar, denn er machte der Lady aufs Beſtimmteſte ſeine Cour, und er war der Erſte, der von einer Verbindung mit ihr als einer ganz paſſenden Partie ſprach.

Sie war ungeheuer reich, ſchaltete Julius ein.Grade wie die Tochter unſeres Generals, die ſchöne Julie, fuhr boshaft der Vicomte fort, wobei Eugen einen leichten Seufzer nicht unterdrücken konnte.Ob die Damen unſere Bewerbungen günſtig aufnahmen, bin ich nicht im Stande zu ſagen; Keiner hatte noch eine direkte An⸗ näherung gewagt, aber Jeder bereitete im Stillen einen heftigen Sturm vor auf das Herz ſeiner Auserwählten.

Per Blumenſtrauß, ſagte der Baron..

Ja, es iſt ſonderbar, wie wahr das Sprüchwort iſt, daß ſich die ſchönen Geiſter finden. Eigentlich fanden ſich jedoch nur Graf

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Rieden und Julius, ich war Nachahmer. Will ich doch Zeit meines 4 Lebens den Augenblick nicht vergeſſen, als ich an meinem Fenſter ſte⸗ hend den Bedienten des Grafen über den Hof kommen ſah, einen 1 wunderbaren Blumenſtrauß in der Hand, gleich darauf den von Julius mit einem nicht minder ſchönen Bouquet. Aha, dachte ich, für die

Lady und für Miß Eveline! in der That, eine hübſche, kleine Auf⸗ merkſamkeit, bei der es Miß Eliſabeth höchlich übel nehmen würde, wenn du zurückbliebeſt. Ich klingelte dem Lohnbedienten.In wie viel Minuten, rief ich ihm zu, kann ich den prachtvollſten Blumen⸗ ſtrauß haben, der aufzutreiben iſt? Für jede Minute weniger als die angegebene Zeit zahle ich einen Paolo. Das wirkte ungemein; der pfiffige Italiener verlangte eine Viertelſtunde, verdiente ſich aber acht