Teil eines Werkes 
25. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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Ein Geheimniß. 45

Abende war ich aufgeregt, ich ärgerte mich. Jener Herr trat freilich augenblicklich zurück, aber— nun, er ſuchte mich ſpäter auf, um mich zur Rede zu ſtellen.“

„Das finde ich begreiflich.“

„Ich ebenfalls, hatte mir auch feſt vorgenommen, es mir ein paar freundliche Worte koſten zu laſſen; denn ich ſah ein, daß ich im unrecht war. Aber du weißt, wie es bei ſolchen Gelegenheiten geht.“

„Namentlich bei heftigen, reizbaren Menſchen, wie du einer biſt,“ ſagte ernſt der Major.

„Ein Wort, ein Blick,“ fuhr der Graf fort,„vielleicht an ſich unbedeutend, fällt wie der Funke ins Pulver. Es flammt auf, und ehe man ſichs verſieht, hat man ſo ein kleines Duell auf dem Halſe.“

„Beſter Ferdinand, du mußt deine Heftigkeit mäßigen, ſonſt fange ich in der That an zu befürchten, daß du in deiner Ehe noch unglücklich wirſt. Ich kenne deine Frau, als ob ſie meine Schweſter wäre. Du haſt eine unendlich glückliche Wahl getroffen. Bei ihr iſt Alles in der ſchönſten und glücklichſten Harmonie, ihr Aeußeres ſowie ihr Inneres, Kopf, Herz, Gedanken und Seele— ein zuſammen klingendes Ganzes. Nimm dich in Acht, mit einem rauhen, ja, nur mit einem harten Worte einen Mißton hinein zu bringen.— Lieber Freund,“ fuhr er heiterer fort, als er bemerkte, wie der Graf finſter in die glühenden Kohlen ſchaute,„man ſollte dich eine Zeit lang mit Sir Robert einſchließen; ich glaube, das könnte euch beide beſſern.— Aber weiter!“

„Ich erhielt einen leichten Streifſchuß in den Arm,“ antwortete der Graf.„Natürlicher Weiſe ſah ich bei kaltem Blute mein Unrecht

ein und hätte um Alles in der Welt jenem jungen Menſchen kein Leides thun mögen, ſonſt...“

„Ach, ich weiß, du fehlſt nie ein Aß!“

„Das wußte mein Gegner auch, weßhalb er mich zu treffen ver⸗ ſuchte, und als dies mißlang und ich mein Piſtol ſenkte, ſagte er leiſe zu ſeinem Secundanten: Jetzt iſt Alles vorbei!— Wie geſagt,