42 Ein Geheimniß.
„Nicht mehr als billig,“ entgegnete der Major, indem er auf⸗ ſtand;„ich ſtehe morgen nach dem Diner zu Befehl.“
„Ich werde auch kommen,“ ſagte der Geſandtſchafts⸗Secretär. „Denn wenn man einen kranken Freund hat, ſo iſt es eine herrliche Gelegenheit, von irgend einer langweiligen Soirée wegzubleiben.— Und der Major wird ebenfalls erſcheinen?“
„Natürlich,“ erwiderte dieſer, indem er ſich in ſeinen Fauteuil⸗ zurücklehnte, während die anderen Beiden ihre Hüte nahmen.„Wenn es dir übrigens recht iſt,“ wandte er ſich an den Hausherrn,„ſo be⸗ endige ich erſt meine Cigarre vor deinem angenehm wärmenden Ka⸗ mine. Meine Frau erwartet mich nicht ſo früh—“ dabei warf er einen forſchenden Blick auf den Grafen, der ihm mit einem freund⸗ lichen, ja, herzlichen Miene dankte und darauf die Klingel zog, worauf ein Diener erſchien, der den beiden anderen Herren die Thüre zum Vorzimmer öffnete, wo ſie ihre Paletots fanden.
„Alſo bis morgen!“ rief der Baron.„So gegen ſieben Uhr werde ich erſcheinen.— Gute Nacht!“
„Adieu, Baron!“ ſagten die beiden Herren, die zurück blieben.
Und damit wurde die Thüre des Vorzimmers wieder zugemacht.
Drittes Kapitel.
Worin wir Näheres über ein Duell erfahren, auch, daß der Kriegsminiſter ein Ziehen in der linken Seite fühlt und die Gräfin ein Geheimniß verbirgt.
Der Major ſaß in ſeinem Fauteuil, und der Graf ſpazierte einige Augenblicke in dem Salon auf und ab. Als er wieder an den Ka⸗ min trat, hob der Erſtere den Kopf empor und ſagte:„Es iſt dir recht, daß ich dageblieben bin?“ 3


