Ein Geheimniß.
„Obgleich wir uns vorgenommen hatten, bis ans Meer zu Fuß zu gehen, ſahen wir uns doch genöthigt, einen Wagen zu nehmen. Der alte General war ſchon voraus, und als wir an den Einſchiffungs⸗
polatz kamen, kletterte er gerade die Fallraffstreppe hinauf und verſchwand
hinter der Bruſtwehr des hohen Schiffes. Wir ſtiegen ins Boot und fühlten uns im ſtärkſten Stadium der Seekrankheit. Als ich die ſteile Treppe hinan ſtieg, lief mir ein kalter Schweiß über das Geſicht, mein Haar klebte mir auf die Stirn. Dem Major war es ebenfalls hunde⸗ übel; nur befand er ſich immer einige Grade beſſer als ich. Unſere Bedienten, die uns droben erwarteten, erſchracken über unſeren Anblick; doch glaubten die guten Seelen, es ſei der erſte Anfall der Seekrank⸗ heit, und ſtauten uns ſo ſchnell wie möglich in die für uns bereit ſtehende Kajüte hinab. Da warfen wir uns auf die beiden Betten— der Major lag oben, ich unten. So elend wir waren, ſo tauſchten wir doch einige Bemerkungen über unſeren Zuſtand aus, und das Re⸗ ſultat unſerer Betrachtungen, das wir uns, aber von der Unmöglich⸗ keit deſſelben überzeugt, lachend mittheilten, war— Sir Robert habe uns auf die liebenswürdigſte Art von der Welt vergifte uns ſo in den Himmel zu befördern, ſtatt in die Arme ſeiner
„Mein Bedienter trat ein und meldete mit der Kapitän verlange die beiden Herren zu ſeh 1, die auf der Liſte als Baron ſo und Major ſo verzeichnet wären. Ich ließ ihm zur Antwort geben, es ſei uns unmöglich aufzuſtehen, wir hofften aber, morgen früh, von der Seefahrt erfriſcht, ihm unſere Aufwartung ma⸗ chen zu können.
„Gleich darauf kam der Kapitän ſelbſt herunter, hinter ihm ein. kurzer dicker Gentleman mit einer grauen Perrücke und blauer Brille — der Schiffsarzt. Der Kapitän hatte mehrere Papiere in der Hand, las darin und ſagt:„Herr Major von S.:
„Hier!
„Herr Baron von A.”
„Hier!e


