32 1 Ein Geheimniß.
ler.„Damals war es freilich eines der gefährlichſten Art. Denn was ſeine beiden Töchter anbetraf, ſo verſtand Sir Robert nicht den geringſten Spaß, und ſelbſt der arme Neffe, der es eines Tages ge⸗ wagt, ſich der ſchönen Couſine etwas zu vertraulich zu nähern, wäre um ein Haar nach Indien zurückgeſchickt worden. Trotzdem muß ich aber geſtehen, daß wir bald bemerkten, wir ſeien mit unſerer Liebens⸗
würdigkeit und unſerer zlüa ichen Manier, den Papa zu behandeln,
in der Gunſt der jungen Damen geſtiegen, natürlicher Weiſe, ſo weit eine gutgezogene Dame ſo etwas merken läßt.— Und fein erzogen waren ſie und dabei natürlich herzlich,— es thut mir wahrhaftig leid, daß ich durch die Situation verhindert bin, mich recht breit im Lobe von Miß Thereſe und Miß Ellen zu ergehen.“
„Wir begreifen deinen Kummer,“ ſagte lächelnd der Hausherr. „Aber wir erklären feierlich, du wirſt nicht im Stande ſein, ein Bild der beiden Damen zu entwerfen, das nicht von ihrer liebenswürdigen Wirklichkeit tauſendfach übertroffen würde.“
Der Baron verbeugte ſich dankend und ſchien weit beruhigter fortzufahren:„in Indien lernt man mit den Augen ſprechen und durch Zeichen ſich verſtändlich machen. Wir Beide lernten als eifrige Schüler und begriffen unſere Lehrerinnen bald. Glücklicher Weiſe aber begriff der Papa uns nicht. Denn obgleich auch er ſeine Zei⸗ chenſprache hatte und dieſelbe häufig genug anwandte, ſo war ſie doch ſehr verſchieden von der ſeiner Töchter,— handgreiflich derb, ein vollkommen anderes Alphabet. Der Neffe dagegen ſchien in Indien auch ſchon auf dem Felde manöverirt zu haben, auf welches wir uns 3 wagt, und obgleich wir uns ſo ſehr in Acht nahmen, wie möglich, ſo begriff er doch ſeinerſeits hier und da einen beredten Blick und er⸗ lauſchte die Wahrheit eines Händedruckes, der gleichgültig ausſehen ſollte, aber nichts weniger als das war.
„Die vierzehn Tage, die wir noch in Kairo blieben, gingen in⸗ deſſen ziemlich glücklich vorüber. Wenn ich ſage„zemlich,“ ſo will ich damit ausdrücken, daß wir vor Entdeckung ſicher blieben, dagegen
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