Teil eines Werkes 
25. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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Ein Geheimniß.

ſtoßen, und verſetzte ihm, ohne etwas dabei zu ſprechen, mit ſeiner Reitpeitſche einen derben Schlag über die Schultern. Der Sohn der Wüſte riß ſein Pferd zurück, ſein Auge blitzte, er zeigte unter den geöffneten Lippen die ſchneeweißen Zähne und riß ein Piſtol aus dem Gürtel, offenbar in der Abſicht, den dicken Herrn damit niederzu⸗ ſchießen. Glücklicher Weiſe aber hatte der Major dieſen Vorfall ge⸗ ſehen, warf ſein Pferd zwiſchen die Beiden und rief dem Beduinen ein paar arabiſche Worte zu, worauf dieſer ſein Piſtol wieder ein⸗ ſteckte. Mochte es nun ſein, daß der Major den dicken Herrn bei dem Dazwiſchenfahren geſtreift, oder mochte dieſer ihn ebenſo für einen Farbigen halten und deßhalb glauben, er könne ſich auch gegen ihn eine kleine Artigkeit herausnehmen, genug, er hob abermals die Hand mit der Reitpeitſche. Doch beugte ſich der Major in dieſem Augenblicke etwas von ſeinem Sattel nieder, faßte das Fauſtgelenk ſeines Gegners und drückte es ſo zuſammen, daß der alte Herr die Peitſche mit einem gelinden Schrei fallen ließ..

Es war der erſte Händedruck, den wir wechſelten, flocht der Major ein.

Und als die Peitſche am Boden lag, fuhr der Baron fort, da rief unſer Freund auf Engliſch: ‚Herr, bitte recht ſehr, zu bedenken, daß wir nicht in Indien und daß freie Beduinen keine Sclaven ſind.

Auf dieſes Wort hin blickte ſowohl der dicke wie der magere Gentleman den vermeintlichen Beduinen mit wahrem Erſtaunen an. Denn ſie hatten gewiß noch nie einen getroffen, der ſo fertig Eng⸗ liſch ſprach. 5

Und wovon wußtet ihr, von welcher Nation die beiden Fremden waren, fragte der Hausherr,und woher ſie kamen?

Ich hatte ſie in Suez geſehen, erwiderte der Major,bei einem ähnlichen Act der Gewaltthätigkeit, der aber keine Folgen hatte, da der Matroſe, den jener dicke Herr mit ſeinem Pfeifenrohr über den Kopf ſchlug, ein Laskare war. Dieſe Begegnung hatte auch vor der Hand keine Folgen, fuhr