Teil eines Werkes 
25. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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Ein Geheimniß.

Ja, ſagte der Major mit beſtimmtem Tone,der Baron muß 8

erzählen. Ich gebe ja auch unſere Geheimniſſe Preis. Wir ſind ja unter Freunden, und die Geſchichte drückt mich doch ſchon lange. Mit Vergnügen denn, erwiderte der Baron.Aber wie der

Major eben durchblicken ließ, Alles unter uns; denn es ſind Geſchich⸗

ten, die nicht blos den Major und mich, ſondern auch Andere betreffen, welche uns ſehr theuer und werth ſind.

Hierauf klapperten einen Augenblick die Taſſen, die Fauteuils wurden zurück⸗ und wieder vorgeſchoben und friſche Cigarren angeſteckt, wogegen ſich der Baron einige der langen türkiſchen Pfeifen ſeines Freundes erbat.

Denn, fügte er bei,ich erzähle und muß es würdig und in des Königs Kambyſes Weiſe thun. /*

Der Beduinen⸗Häuptling, begann er ſodann nach einer Pauſe, mit ſeinen beiden Kawaſſen begleitete uns alſe und mittlerweile hatte ſich unſere Escorte inſofern vergrößert, als ein paar Reiter mit Hand⸗ und Packpferden, die dem Beduinen⸗Häuptling folgten und ſein eigen waren, ſich an uns anſchloſſen. Es war aber heute der Tag der Rencontres. Denn als wir in das Thor des Gaſt⸗ hofes einritten der Major und ich befanden uns ſchon im Hofe, da carambulirte unſer Gefolge mit zwei Herren, die auf Eſeln rei⸗ tend hinter uns dreinkamen. Von dieſen Herren war der eine ein großer, dicker Mann von vorgerücktem Alter, mit grauem, faſt weißem Barte, der, wie die Mähne eines Tigers, nach allen Seiten aus dem Geſichte ſtarrte. Von der unerträglichen Hitze war dieſes Geſicht ſchon auffallend geröthet, begann aber ins Purpurfarbene zu ſpielen, als, wie geſagt, einer aus unſerem Gefolge dieſen Herrn, ohne es übrigens zu wollen, etwas unſanft gegen den Thorbogen quetſchte. Der andere Herr war ſehr mager, hatte ein blaſſes, ächt engliſches Geſicht, röth⸗ liches Haar und ſchielte ein wenig.

Kaum war der dicke Mann in dem Hofe angekommen, ſo glitt er von ſeinem Eſel herab, wandte ſich an den Beduinen, der ihn ge⸗

o in den Gaſthof zurück,