Teil eines Werkes 
25. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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Ein Geheimniß.

dem er mit ſeiner Uhrkette ſpielte.Wenn der Chef verheirathet iſt, ſo gehören die Geſandtſchafts⸗Secretäre ebenfalls zur Familie.

Und da das bei dir der Fall iſt, fügte der Hausherr bei,ſo ſehnſt du dich hie und da recht ſehr nach einem Garcondiner.

Namentlich wenn die Dame des Hauſes ſo unumſchränkt und

abſolut regiert, wie Ihre Excellenz..

Iſt es wahr, fragte laut lachend der Vierte,daß die kleinen Herrinnen des Hauſes ihren Platz zwiſchen dir und dem Attaché haben, und daß die Frau Geſandtin ſehr darauf ſieht, daß ihr Beiden ihnen keine Unarten durchgehen laßt?

Man hat mir erzählt, ſagte der Nachbar des Diplomaten, daß das Umbinden der Servietten der Reihe nach gehe.

Dafür ſind aber die Diners auch recht kurz, bemerkte der, wel⸗ cher hinter dem Fauteuil ſtand,Hausmannskoſt, eine Suppe und zwei Platten. Wir kennen das.

Nun, wenn ihr es kennt, ſo laßt's gut ſein. Sprechen wir von was Anderem! 8

Die vier Herren, die ſich hier in dem Zimmer befanden, waren, wie wir aus obigem Geſpräche entnehmen können, genaue Bekannte, ja, gute Freunde. Der Hausherr, der den Arm in der Binde trug, Graf B., hatte zweien derſelben, die eben von weiten Reiſen heimge⸗ kehrt waren, dem Baron A. und dem Major v. S., ein kleines Diner veranſtaltet, und den Geſandtſchafts⸗Secretär, den wir als ſolchen be⸗ reits bezeichnet, dazu eingeladen.

Nehmen wir Cigarren! ſprach der Hausherr, indem er eine Bewegung nach dem Kamin machte, wo mehrere Sorten des Feinſten,

was die Havannah bietet, in eleganten Kiſtchen lagen.Es plaudert ſich beſſer, wenn man dazu raucht.

Alle drei folgten dieſer Aufforderung, und der Major, ein großer, kräftiger Mann, ziemlich hoch in den Dreißigen, mit einem ſchwarzen,

3 wohlgepflegten Schnurrbart, ließ den Fauteuil, hinter dem er geſtan⸗ den, eine halbe Wendung machen, und warf ſich hinein.