Teil eines Werkes 
17. Bd. (1856) Werke
Entstehung
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Dreinndvierzigſtes Kapitel.

da verdient Jedes ſeine Schläge; kann das Volk nicht einmal eine halbe Stunde allein und ruhig ſein!

Aber die kleinſten Kinder ſchreien auch, entgegnete die Frau, und da hilft das Prügeln nicht viel.

So ſchaut einmal dort auf dem Herde nach, da muß die Catharine ihren Mohnblumenthee ſtehen haben. Gießt ihnen da⸗ von etwas in's Maul, damit ſie wieder einduſeln.

Aber wenn ſie heute Morgen ſchon bekommen haben, ſo

könnte es ihnen doch zu viel werden.

Ach! denen wird's nicht zu viel, entgegnete Madame Schwem⸗ mer;ich ſage Euch, Frau, je weniger man ſich aus dem Zeug macht, und je ſchlechter man es behandelt, um ſo beſſer gedeihts. Nehmt nur die Peitſche und den Thee.

Na, was das Gedeihen anbelangt, da wollen wir lieber ſtill ſchweigen. 8

Gedeihen? erwiderte Madame Schwemmer verwundert.Aller⸗ dings gedeiht's, das heißt, wie es für uns gedeihen muß, ſo lang⸗ ſam in den Himmel hinein. Man wird die Geſchöpfe doch nicht aufziehen ſollen bis ſie groß ſind? Da käme man weit mit ſeinem Geſchäft; da muß eins dem andern Platz machen, das gibt neues Eintrittsgeld; und an den Begräbnißkoſten iſt auch was zu ver⸗ dienen. 4

Frau Bilz ging achſelzuckend nach der Thüre, drehte ſich aber unter derſelben herum und ſagte:und das Eine iſt auch drüben? das, was ich vor acht Tagen hergeliefert?

Allerdings, verſetzte Madame Schwemmer, indem ſie ihre Schnapsflaſche haſtig verbarg, die ſie an den Mund führen wollte, ſobald ihr Jene den Rücken gewendet.Das iſt zäh wie Eiſen, ſieht auch nicht viel ſchlechter aus wie damals, als Ihr es herge⸗

bracht; Ihr hattet es offenbar zu gut gehalten. Ich weiß wohl,

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