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Hehlerei. 4 245 Meiſter Schwemmer klopfte wieder auf das Blech und rief
hinüber:„was iſt denn das heute Morgen für ein niederträchtiges
Geheul? Schaff' doch in's Teufels Namen einmal Ruhe!— Wo iſt denn die Catharine, das ſchlampige Weibsbild?“
„Ich habe ſie ausgeſchickt,“ entgegnete die Stimme im Neben⸗ zimmer.„Kann ich doch den Beſtien da draußen nicht beſtändig eine eigene Magd hinſtellen; ich möchte wiſſen, wo das herein kommen ſollte!“
„Geh' Sie einen Augenblick hinaus, Frau Bilz,“ ſagte Meiſter Schwemmer,„bring' Sie die Rangen zur Ruhe.“
Die Frau am Fenſter erhob ſich und trat in das Nebenzim⸗ mer, wo ſich Madame Schwemmer befand, ein altes, ſchmutzig ausſehendes Weib; ſie hatte einen abgeſchoſſenen Rock an, eine gelb gewordene Schlafjacke, ihre bloßen Füße ſtaken in niederge⸗ tretenen Schuhen, und auf dem Kopfe hatte ſie eine alte Haube, unter der nach allen Richtungen das graue, zerzauste Haar hervor⸗ ſtand. Das Geſicht der Dame paßte vollkommen zur ganzen Er⸗ ſcheinung, das einzige Lebhafte in demſelben waren ihre unheimlich glänzenden Augen, die aber in einigem Rapport zu der ſtark ge⸗ rötheten Naſe zu ſtehen ſchienen,— einer Röthe, die erklärbar war, wenn man die Schnapsflaſche betrachtete, die vor der Frau ſtand, und wenn man die Düfte roch, die ihrem Munde entſtröm⸗ ten, wenn ſie ſprach.
Madame Schwemmer ſtand in dieſem Augenblicke vor einer Fallthüre, die ſich im Boden befand und die in irgend einen Keller oder ſonſtiges Gelaß führte, und war beſchäftigt, dort hin⸗ unter allerlei alte Geräthſchaften, namentlich Eiſen⸗ und Kupfer⸗ waaren, zu werfen.
„Geh' Sie einen Augenblick in den Stall!“ rief ſie der ein⸗ tretenden Frau Bilz entgegen,„nehm' Sie aber die Peitſche mit, dort hängt ſie am Nagel; hau Sie drunter wie unter altes Eiſen,


