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Hehlerei. 247
Ihr könnt nicht anders, deßhalb taugt Ihr auch zu dem Geſchäft gar nicht.“
„Ich habe es auch gänzlich aufgegeben,“ ſagte Frau Bilz mit einem ſeltſamen Blick. Und damit ging ſie zur Thüre hinaus, in der einen Hand die Peitſche, in der andern den gewiſſen Thee, der auf arme kleine Kinder betäubend wirkt und mit welchem gewiſſen⸗ loſe Wärterinnen dieſelben in einen unruhigen und nervenzerſtören⸗ den Schlaf verſenken.
Die Frau ging durch den halbdunkeln Gang, wobei ſie die Hausthüre in ihrem Rücken ließ und am Ende deſſelben rechts an eine Thüre kam, an der von außen ein großer Riegel vorgeſchoben war.
Dies war der Stall, wie ſich Madame Schwemmer ausdrückte. Und gewiß, er verdiente dieſe Benennung.
Es war ein viereckiges, ziemlich niederes Gemach mit einſt weiß geweſenen Kalkwänden, die aber nach und nach von all' dem Duft, der hier herrſchte, eine gelblich graue Farbe angenommen hatte. Da nur ein einziges Fenſter in dieſem Zimmer war, deſſen wenige Scheiben noch obendrein trüb angelaufen, hie und da in gelbem und grünem Schimmer ſpielten, ſo war das Gemach ver⸗ hältnißmäßig ziemlich dunkel, aber hell genug, um all' das Elend überſehen zu können, was ſich hier dem Blicke darbot.


